Von Gott und der Welt

Umsonst

„Was nichts kostet, ist nichts wert!“ Dieser viel zitierte Satz stammt angeblich von Albert Einstein und zeigt, dass auch Genies manchmal daneben liegen können.

30.12.2017
Zum Gebet gefaltete Hände (Foto: Pixabay)
Foto: Pixabay

Die wichtigsten Dinge im Leben kosten nämlich nichts. Die Liebe und das Vertrauen, die Freude und das Lachen, die Bereitschaft, einander beizustehen, ja sogar das Denken an sich – all die Dinge, die das Menschsein ausmachen, sie kosten nichts, sind für Geld nicht zu kaufen. Das Kostbarste, das wir haben, ist für Geld nicht zu haben. Das Kostbarste gibt es umsonst.

Die Evangelischen Kirchen stellen jedes Jahr unter ein Motto, die Jahreslosung. Das Jahr 2018 steht unter einem Vers aus der Offenbarung des Johannes: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung des Johannes (21,6)

Mit Gott lässt sich nicht handeln. Gott kann man auch nicht bestechen, nicht durch Opfergaben oder besonders inbrünstige Gebete oder ein makelloses Leben. Gott hat keinen Preis. Er schenkt uns das Leben, er schenkt uns die Liebe, den Glauben und die Hoffnung, sagt uns der Bibelvers der Jahreslosung. Die Quelle sprudelt, ohne zu versiegen.

Um die Liebe und das Leben als Geschenk zu begreifen, muss man kein Christ sein, da genügt die Lebenserfahrung. Deshalb müssen wir nicht knausern mit den Gaben des Lebens, die uns geschenkt sind. Wir selber haben viel zu verschenken im neuen Jahr. Denn das Kostbarste, was wir haben, das gibt es umsonst.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".