Die Hälfte der Bevölkerung ist von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen

Südsudan: Hunger stoppen - Überleben sichern

Im Februar 2017 wurde im Südsudan der Notstand ausgerufen. 4 Millionen Menschen sind auf der Flucht. In einigen Gebieten herrscht bereits Hungersnot. Vor allem Frauen und Kinder leiden unter Gewalt und Hunger.

27.07.2017
Familie vor ihrem Haus im Südsudan
Uns bleiben nur mehr Blätter als Essen. (Foto: Paul Jeffrey/ACT alliance)
Südsudan: Frau mit Baby - Vergessene Katastrophen
Wir sind kraftlos. (Foto: Paul Jeffrey/ACT alliance)

Alat Yai tröstet ihren kleinen Sohn in einer Krankenstation für mangelernährte Kinder. Das Gesundheitszentrum liegt in Majak Kar, einer Stadt im südsudanesischen Lol State. Aguil, der Sohn von Alat, wird im Gesundheitszentrum mit Spezialnahrung versorgt, um mit überlebenswichtigen Nährstoffen versorgt zu werden. Die Zahl der schwer mangelernährten Kinder ist in den vergangenen Monaten dramatisch angestiegen. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen der ACT Alliance unterstützt die Diakonie die laufende Hilfe vor Ort, um die Mangelernährung bei Kleinkindern einzudämmen. So wird etwa ein Schulspeisungsprogramm betrieben und täglich mehr als 15.000 Kinder mit einer warmen Mahlzeit versorgt.

So hilft Ihre Spende

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist mit dem weltweiten kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT Alliance vor Ort, um das Überleben der Hungernden im Südsudan zu sichern. Mit ihrer Spende können wir Familien wie jener von Dheiu, Adhieu und Alat unterstützen.

  • Mit 30 Euro kann ein schwer mangelernährtes Kind im Alter zwischen 6 und 26 Monaten 4 Wochen lang mit überlebenswichtiger Spezialnahrung versorgt werden. Diese ist reich an Mikronährstoffen, Proteinen und essenziellen Fettsäuren.
  • Mit 32 Euro kann eine Familie mit Saatgut für Okraschoten, Tomaten, Zwiebeln und Kohl versorgt werden.
  • Mit 175 Euro können 5 Familien mit landwirtschaftlichem Werkzeug ausgestattet werden, das ihnen den Anbau von eigenen Nahrungsmitteln ermöglicht. Jede Familie erhält ein Messer, eine Machete, eine Axt, eine Gießkanne und eine Gartenhacke.
Menschen in Südsudan bei der Feldarbeit.
Mit dem Anbau von Gemüse versuchen die Menschen sich wieder eine Lebensgrundlage aufzubauen. (Foto: Paul Jeffrey/ACT alliance)

„Ich bin nach Jahren der Flucht wieder heimgekehrt. Aber der Neuanfang ist sehr schwer.“

Adhieu Deng Ngewei bearbeitet mit anderen Frauen aus dem Dorf Dinka im südsudanesischen Jonglei State ein Gemüsefeld. 2013 musste sie fliehen, weil es zu gewaltsamen Konflikten zwischen Rebellengruppen kam. Nach 4 Jahren der Flucht ist sie mit ihrer Familie trotz Dürre wieder in ihr Heimatdorf zurückgekehrt. Doch die monatelange Trockenheit hat ihr gesamtes Vieh getötet. Mit dem Anbau von Gemüse versuchen sie jetzt wieder eine Lebensgrundlage aufzubauen. „Es geht nur sehr schwer. Der Boden ist hart und trocken“, berichtet Adhieu. Über das Netzwerk der ACT Alliance erhalten sie Saatgut und Werkzeug.