Von Gott und der Welt

Sturmgewehr AR 15

Hyung Jin Moon weiß, wie man seine – wenn auch irre – Botschaft in fast allen Medien dieser Welt unterbringt. Seine religiöse Bewegung „World Peace Sanctury“ versammelte sich zu einem Ritual, um dem Sturmgewehr AR 15 zu huldigen.

03.03.2018
Ein Porträt von Diakonie Direktor Michael Chalupka (Foto: Luiza Puiu)

Gott habe den Menschen das Recht gegeben, Waffen zu tragen, verkündete der selbst ernannte geistige Führer, sie seien „der eiserne Stab“ aus der „Offenbarung des Johannes“. Das alles wurde gefilmt.

Die Bilder gehen um die Welt. Denn mit einer AR 15 wurde Jüngst der Amoklauf an einer Schule in Florida verübt.

Die Kirchen in den USA treten hingegen für eine Beschränkung des Waffenbesitzes ein, zum Ärger der Waffenlobby. „Kaum eine Familie ist nicht von tödlicher Gewalt betroffen! Viele haben durch Schießereien Bruder, Kind oder Enkel verloren", sagt Bischof Douglas Miles von der Baptistenkirche in Baltimore.

Aus Österreich werden jährlich 1,3 Millionen Schusswaffen in die USA exportiert

Er ist Sprecher einer Bürgerbewegung, die, wenn sie schon kein Waffenverbot erreicht, sich einsetzt für den Gebrauch von Smart-Guns – Waffen, die sich durch einen Code oder Fingerabdruck nur vom rechtmäßigen Besitzer bedienen lassen. So könnten Unfälle mit Kindern verhindert oder gestohlene Waffen unbrauchbar werden.

Aus Österreich werden jährlich 1,3 Millionen Schusswaffen in die USA exportiert. Die österreichische Waffenindustrie könnte sich verdient machen und nur mehr Smart-Guns liefern.

Das würde das Waffenproblem der USA nicht lösen, aber einige Leben retten.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".