Von Gott und der Welt

Sonntagsruhe

Die katholischen Bischöfe Österreichs haben das vorliegende Arbeitszeitgesetz der Bundesregierung ungewöhnlich scharf kritisiert.

30.06.2018
Ein Kalenderblatt (Foto: Pixabay)
Nach Inkrafttreten der geplanten Gesetzesänderungen würde es Betrieben möglich sein, die Arbeitnehmer an jedem beliebigen staatlichen Feiertag oder Wochenendtag zur Arbeitsleistung zu verpflichten, warnen die Bischöfe. (Foto: Pixabay)

Die beabsichtigten Gesetzesänderungen seien „verfassungsrechtlich bedenklich“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Planung derart umfassender Gesetzesänderungen ohne Begutachtungsverfahren sei auch „demokratiepolitisch bedenklich“ und „eine Geringschätzung des Familienlebens mit gravierenden Auswirkungen auf die gesellschaftliche Ordnung“. Die Bischöfe sehen vor allem die Sonntagsruhe in Gefahr.

Nach Inkrafttreten der geplanten Gesetzesänderungen würde es Betrieben möglich sein, die Arbeitnehmer an jedem beliebigen staatlichen Feiertag oder Wochenendtag zur Arbeitsleistung zu verpflichten, warnen die Bischöfe.

An einem Tag in der Woche soll der Kreislauf der Betriebsamkeit, der Hektik, des Kaufens und Verkaufens unterbrochen sein.

Warum sind die Bischöfe so erzürnt? Im Schöpfungsbericht steht: Am siebenten Tage ruhte Gott. „Du sollst den Feiertag heiligen“, steht in den zehn Geboten. An einem Tag in der Woche soll der Kreislauf der Betriebsamkeit, der Hektik, des Kaufens und Verkaufens unterbrochen sein.

Gemeinsam feiern und sich ausrasten zu können, ist eine zentrale Errungenschaft nicht nur der christlichen Gemeinschaft. Wenn die Regierung, die sonst gerne von der christlichen Tradition redet, sich schon vom gewerkschaftlichen Protest unbeeindruckt zeigen will, täte sie gut daran, auf das Wort der Bischöfe zu hören.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".