Von Gott und der Welt

So einfach ist das!

„Hat unser angeblich so christliches Abendland die Botschaft Jesu verdrängt?" fragte der Erzbischof von Köln, Kardinal Wölki. Zu Zeiten ist es wichtig, sich die Fundamente seines Glaubens bewusst zu machen.

20.06.2015
eine Flüchtlingsfamilie und ihre privaten Unterkunftsgeber gemeinsam im Gespräch

Christinnen und Christen tun das für gewöhnlich im Gottesdienst, wenn sie gemeinsam das Glaubensbekenntnis beten. Eine Art Selbstvergewisserung: Das glaube ich. Zu dieser Glaubensgemeinschaft will ich gehören.

Dieser Tage gilt es daran zu erinnern, dass die Nächstenliebe – heißt: Flüchtlingen und Menschen in Not helfen – zum Kern des christlichen Glaubens gehört. In den fünf Büchern Mose ist uns aufgetragen:

Wenn ein Fremder bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremde gewesen in Ägyptenland

Und der Kölner Kardinal hat nachdrücklich an die Botschaft Jesu „Ich war obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“ erinnert und seinem Ärger über den Widerstand, Flüchtlinge aufzunehmen, Ausdruck verliehen: „Es geht nicht um die Pest, die wir uns ins Haus holen wollen, sondern um Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Es ärgert mich, dass wir in unserem reichen Haus Europa so klein und armselig denken. Wer die Mutter aus Syrien mit ihrem kleinen Kind oder den nigerianischen jungen Mann draußen vor der Tür stehen lässt, der sperrt Gott aus. So einfach ist das."

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.