Von Gott und der Welt

Schuldenvergebung

Die Schuldenkrise hat Europa fest im Griff. Alle glauben sparen zu müssen. Wenn alle sparen, gibt aber niemand mehr etwas aus und die Wirtschaft bricht ein. Die Wirtschaftsforschungsinstitute prophezeien weiterhin ein Nullwachstum.

28.02.2015
Eine alte Frau zählt Münzen (Foto: Fotolia/Alexander Raths)
Besonders armutsgefährdet sind alleinstehende Frauen in der Pension. Jede Vierte Frau ist in Österreich von Altersarmut bedroht.(Foto: Fotolia/Alexander Raths)

Und unsere Politiker scheinen, auch wenn sie anderes markieren wollen, eher ratlos. Wenn nichts mehr hilft, hilft beten. Zumindest sollten sie es versuchen. Am besten mit dem Vater Unser. Denn das haben die meisten in Erinnerung, und vor allem ist da von Schuld und Schulden die Rede.

„Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“ heißt es in der fünften Bitte des Vater Unsers. Es sind einfache Dinge, die wir daraus lernen können: Niemand steht nur auf einer Seite, alle stehen in jemandes Schuld, und allen ist jemand etwas schuldig. Vergebung bedarf der Einsicht in die Schuld. Und wenn ich selbst von Schuld frei gesprochen werde, dann kann ich auch anderen ihre Schuld vergeben.

So könnte das Beten helfen. Die Schuld bei den anderen zu suchen, hätte ein Ende. Was falsch gelaufen ist, könnte benannt und manche Schuld einfach erlassen werden. Es mag erstaunen, aber das griechische Wort im Urtext der Bibel, meint durchaus auch die finanzielle Schuld, die Schulden die erlassen werden sollen. Denn die Bibel weiß darum, dass dort nichts mehr geholt werden darf, wo Menschen ins Elend geraten und ihre Existenzen verlieren, wenn auf ihrer Schuld, ihren Schulden beharrt wird.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".