Von Gott und der Welt

Sankt Martin

Martin Luther King, dessen Todestag sich diese Woche zum 50. Mal jährte, wurde weder als Anführer der schwarzen Bürgerrechtsbewegung der USA noch als Heiliger geboren.

07.04.2017
Zeichnung von Martin Luther King (Foto:Pixabay)
Martin Luther King war ein Anführer, der sich viele Fragen stellte, der immer wieder fragte, ob das was er tat ethisch verantwortbar sei. (Foto:Pixabay)

Martin Luther King hatte gerade erste seine erste Pfarrstelle in Montgomery (Alabama) angetreten, als Rosa Parks sich weigerte, den nur für Weiße reservierten Sitzplatz im Bus zu räumen. Das war der Auslöser für die Bewegung des Busboykotts. Die schwarze Bevölkerung ging zu Fuß, organisierte Fahrgemeinschaften und setzten ihre Macht als Konsumenten ein. Schwarze Taxifahrer fuhren zum Selbstkostenpreis.

Die Frage, kann ich das, was ich denke und tue vor meinem Gewissen verantworten? Die stellt sich jedem von uns.

Der junge Pfarrer Martin Luther King, der seine Zukunft eher in der Wissenschaft sah, war anfangs skeptisch. Er hatte Zweifel, ob der Busboykott das richtige Mittel für einen christlichen, gewaltfreien Widerstand sei, oder nicht die Busfahrer und ihre Familien darunter zu leiden hätten. Er rang sich schließlich durch die Bewegung zu unterstützen, da es um das höhere Ziel, die Apartheid zu überwinden, ging, und wurde, wohl weil sich kein anderer traute zum Präsidenten der Bewegung gewählt.

Er war ein Anführer, der sich viele Fragen stellte, der immer wieder fragte, ob das was er tat ethisch verantwortbar sei. Deshalb wurde er zum Anführer und deshalb wird er auch als Heiliger, als Vorbild des Glaubens verehrt. Die Frage, kann ich das, was ich denke und tue vor meinem Gewissen verantworten? Die stellt sich jedem von uns.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".