Ein Interview mit der Leiterin des Diakonieverein Salzburg, Eva Kothbauer

Salzburger Montessori-Schulen sind #OrteDerHoffnung für Jugendliche mit unterschiedlichsten Bedürfnissen

Die Montessori-Schulen des Diakonieverein Salzburg verstehen sich als Orte der Begegnung und der Hoffnung von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen.

22.12.2017
Felix beim Malen

Wir haben mit der Leiterin des Diakonieverein Salzburg gesprochen, die uns die Idee schildert, die hinter diesen Schulen steckt. Und wir haben auch den Eindruck eingefangen, den einige Jugendliche von einem neuen „Bauernhofprojekt“ haben.

Frau Mag. Kothbauer, was sind die Besonderheiten der Schulen des Diakonievereins in Salzburg?

Die Einrichtungen des Diakonievereins in Salzburg sind Orte der Begegnung und der Hoffnung von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen. Im Mittelpunkt steht die individuelle Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung.

Der Umgang mit Vielfalt ist eine große Bereicherung im täglichen Leben für alle Beteiligten vom Kinderhaus bis hin zum Oberstufenrealgymnasium.

Was genau ist die Orientierungsstufe und welche Kinder besuchen diese Klasse?

Die Orientierungsstufe ist eine zweiklassige, kleine Schule, in welcher die Jugendlichen mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf nach dem 8. und bis zum 12. Schuljahr (also mit 14-18 Jahren) auf ein selbstbestimmtes Leben und den Beruf vorbereitet werden.

Was sind die Besonderheiten dieser Orientierungsstufe?

Das Besondere an der Schule ist, dass die Vorbereitung auf ein späteres Berufsleben sehr individuell erfolgt. Die Schwerpunkte bei der Berufsvorbereitung sind die Berufsfelder im Zusammenhang mit Dienstleistung, Tourismus und Landwirtschaft.

Neben der Berufsvorbereitung, die das Hauptziel ist, werden die Schülerinnen und Schüler in der Kooperation mit dem Montessori-Oberstufenrealgymnasium gemeinsam mit gleichaltrigen GymnasiastInnen  im musisch-kreativen Bereich unterrichtet und geförderd. Hier gibt es zum Beispiel ein gemeinsames Theaterprojekt der beiden Schulen.

Ich habe auch von einem Bauernhofprojekt gehört. Was ist das genau?

Ja, seit Herbst 2017 gibt es für die Schülerinnen und Schüler der Orientierungsstufe das fächerübergreifende Bauernhofprojekt. Hier können die Jugendlichen lernen, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb funktioniert, und entwickeln damit auch ein besseres Verständnis für ökologische und ökonomische Zusammenhänge. Außerdem ist es uns wichtig, dass die Haltung der Jugendlichen als zukünftige, umweltbewusste Konsumentinnen und Konsumenten gestärkt wird.

Und was sagen die Jugendlichen zum Bauernhofprojekt?

Wir haben die Jugendlichen selber gefragt und Felix meint zum Beispiel: „Das Bauernhofprojekt ist auf alle Fälle ein Gewinn, weil wir dort  richtige Arbeiten kennenlernen und das ist für den Beruf später wichtig. Außerdem wissen wir jetzt, dass es auch Gefahren am Bauernhof gibt und passen auf.“

Manuel meint: „Mir gefällt es auf dem Bauernhof sehr gut. Man lernt, wie man mit Tieren umgeht. 

Nina, glaubst du, dass es wichtig ist, was du am Bauernhof lernst?  Nina: „Ja, alles ist wichtig. Ich kenne schon ganz viele Kräuter“.

Zur Website der Montessorischulen in Salzburg

Alle Infos zur Orientierungsstufe finden Sie hier

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Über die Serie #OrtDerHoffnung

Angst, Neid, Wut und Misstrauen sind die Schlüsselbegriffe, die die derzeitigen öffentlichen Debatten regieren. Wir brauchen eine gesellschaftliche Kraftanstrengung, die den Zusammenhalt in den Vordergrund stellt und nicht den Neid und das gegenseitige Ausspielen von ohnehin benachteiligten Gruppen in der Gesellschaft.

Die Arbeit der Diakonie besteht darin, Angst zu nehmen und Hoffnung zu geben; der Abwertung von Menschen entgegen zu treten und ihre Würde zu bewahren. Mit der Social-Media-Serie #OrtDerHoffnung macht die Diakonie auf Menschen und Projekte aufmerksam, die Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Solidarität fördern und weiterentwickeln.