Sie brauchen nicht viel, aber es ist so wichtig ihnen ihre Möglichkeiten zu zeigen.

Roma Kinder in Rumänien leben in großer Armut

Roma Kinder im Dorf Valea Crisului in Rumänien leben in extremer Armut. Die Schule besuchen sie meist nur unregelmäßig oder gar nicht. Ihre Chancen die Pflichtschule abzuschließen liegen beinahe bei Null. Anders im von Brot für die Welt unterstützten Projekt der Fundatia Crestina Diakonia Sfantu Gheorghe.

07.10.2016

Von Martina Mathe, die die „Brot für die Welt“-Reise begleitet hat.

Das Dorf Valea Crisului ist inmitten Rumäniens, knapp vier Autostunden nördlich von Bukarest. Am Ortsrand, auf einem Hügel, liegt die Roma-Siedlung. Etwa 800 Roma leben hier in kleinen Hütten, unter ärmlichsten Verhältnissen, sprichwörtlich am Rande der Gesellschaft. Ohne Elektrizität und Sanitäranlagen. Wenn es regnet, verwandeln sich die schmalen erdigen Wege, die sich durch die Siedlung den Hang hinauf schlängeln, in kleine Bäche und man droht regelrecht im Schlamm zu versinken.

Viele Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung sind Analphabeten, die Arbeitslosigkeit ist extrem hoch. Die meisten sind nur fallweise als Tagelöhner beschäftigt. Für die Kinder ist es in dieser Umgebung beinahe unmöglich, schulischen Erfolg zu haben: Bei Hausübungen gibt es keine Unterstützung und in den kleinen Wohnräumen, noch dazu mit engem Nachbarschaftskontakt, auch keinen ruhigen Platz zum Lernen. Und vor allem: Viele leiden an Hunger!

Kati und Huni in ihrer Siedlung
Kati und Hun

Katalin Téglás (10 Jahre) und ihr Bruder Hunor (11 Jahre) leben in einer dieser Hütten, mit noch drei weiteren Geschwistern und ihren Eltern. Zu siebt auf 20 m2. Die Mutter arbeitet als Tagelöhnerin, der Vater ist arbeitslos. Seit Kati und Huni ins Projekt aufgenommen wurden, hat sich einiges verändert: Sie besuchen die Schule regelmäßig und bekommen zu Mittag eine ausgewogene warme Mahlzeit. Das kam Katis Gesundheit zugute - zuvor war sie ständig krank gewesen. Beide Kinder haben sich prächtig entwickelt. Sie haben nicht nur Schreiben, Lesen und Rechnen gelernt, sondern auch viele andere wichtige Dinge. „Hier essen wir mit Messer und Gabel“, erzählt Kati, „zuhause haben wir das nicht“. Und ihr Bruder Hunor ergänzt:  „Und nach dem Essen haben wir Hilfe bei den Hausaufgaben. Ich gehe gerne in die Nachmittagsbetreuung, und meine Noten sind auch viel besser geworden“.

Innenraum eines Hauses in der Romasiedlung
Roma Kinder im Dorf Valea Crisului in Rumänien leben in extremer Armut.

Den Kindern das Träumen ermöglichen

„Den Traum von einer besseren Zukunft, von einem anderen Leben, haben die Kinder nicht gelernt zu träumen,“ schildert Vera Torma die Situation. Sie ist die Leiterin des Projekts, uns sieht genau das als ihre zentrale Aufgabe: „Ihnen ihre Möglichkeiten aufzuzeigen“. Denn über Generationen hinweg haben sich das Fehlen von Möglichkeiten und Zukunftsträumen und die Erfahrung von Marginalisierung und Diskriminierung tief ins Bewusstsein der Menschen gebrannt.

Das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken, ist bei den 30 Kindern, die derzeit im Programm betreut werden, schon sehr gut gelungen. „Sie sind eine sehr aufgeweckte und wissbegierige Truppe!“, so Vera Torma. Und ihr großer Wunsch ist es, mehr Kindern helfen zu können. „Denn es gibt viele, die Hilfe brauchen!“

Roma bilden Europa’s größte ethnische Minderheit. Geschätzte 10-12 Millionen Roma leben laut der Europäischen Kommission heute in Europa, davon 6 Millionen in der EU. Oftmals diskriminiert, verfolgt und ausgegrenzt befinden sie sich am Rande der Gesellschaft. Das zeigt auch ein Blick in das kleine rumänisches Dorf Valea Crișului, in dem die Hälfte der Bevölkerung Roma sind und in einem Slum am Rande des Dorfes leben. So auch die Familie Téglas, die zu siebt auf 20 m² hausen. Seit Generationen findet die Familie keinen Weg aus der Armut.

Brot für die Welt betreut hier ein engagiertes Integrationsprojekt. Vera Torma, Projektleiterin versucht den Kindern in Valea Crișului eine schulische Ausbildung zu ermöglichen und sie so fit für die Zukunft zu machen. Anreiz für den Schulbesuch ist eine tägliche warme Mahlzeit und ein Nachmittagsbetreuungsprogramm.

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