Von Gott und der Welt

Respekt

Bob Marley wäre dieser Tage, am 6. Februar, 70 Jahre alt geworden. Denkt man an Bob Marley, kommen einem die jamaikanische Sonne, der hypnotische Reggae Rhythmus, die Dreadlocks und Marihuanaschwaden in den Sinn.

07.02.2015
Ein Porträt von Diakonie Direktor Michael Chalupka (Foto: Luiza Puiu)
„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone". (Foto: Luiza Puiu)

Im Zuge der Liberalisierung von Cannabis trägt gar eine Marihuana-Marke den Namen: „Marley Natural“.

Die Erinnerung an den religiösen und politischen Aktivisten, der sein Leben lang gegen Rassendiskriminierung und Ungleichheit gekämpft hat, ist allerdings blasser geworden. Bob Marley war Rastafari und machte seinen Glauben weltweit bekannt. Die Rastafari anerkennen Haile Selassie (1892-1975), den ehemalige König Äthiopiens, als Messias, der wieder auf die Erde zurückgekehrt ist, und streben eine geistige Rückkehr nach Afrika an. Das mag uns befremdlich erscheinen, doch für viele Jamaikaner, die von Sklaven abstammten, wurde dadurch eine afrikanische Religiosität möglich, die am Christentum Äthiopiens anknüpfte, sich aber vom Christentum der weißen Missionars- und Herrenfamilien abhob.

„Befreie dich von der geistigen Sklaverei! Nur wir selbst können unseren Geist befreien!“, waren die Leitgedanken, die Bob Marley bewegten. Nicht alle Jamaikaner sind Rastas. Aber wer auf Jamaika einem Fremden begegnet begrüßt ihn mit dem Wort: „Respekt!“ Alleine diese Haltung wäre ein würdiges Erbe von Bob Marley, - nicht nur auf Jamaika. Doch er hinterlässt uns mehr. In seiner Musik ist er unsterblich.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".