Von Gott und der Welt

Reformation als Aufgabe

Martin Luther wollte keine neue Kirche gründen, als er vor 500 Jahren seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel schrieb und am 31. Oktober 1517 veröffentlichte.

28.10.2017
„Herr Luther“ in einer Schulklasse der Diakonie Bildung
Herr Luther hat schon immer für ordentlich viel Gesprächsstoff gesorgt. Hier auch in einer Schulklasse der Diakonie.

Martin Luther wollte keine neue Kirche gründen, als er vor 500 Jahren seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel schrieb und am 31. Oktober 1517 veröffentlichte.

Er schrieb gegen den Handel mit päpstlichen Ablassbriefen an. Der Ablass versprach den Menschen, sie von den Strafen, die ihnen aufgrund ihrer Sünden drohten, freizukaufen. Die Angst vor der Höllenqual war so groß, dass Menschen ihr ganzes Hab und Gut aufgegeben hatten und sich verschuldeten, um Ablassbriefe zu kaufen. Der Handel mit den Briefen war ein großes Geschäft. Die Druckereien, die die Briefe druckten, wurden ebenso reich wie die Händler. Das Geld ging nach Rom für den Bau des Petersdoms. Das erzürnte wieder den Landesfürsten, der es lieber sah, wenn das Geld im Lande blieb und so Luther unterstützte. Die 95 Thesen verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Die Druckereien lebten nun vom Druck der reformatorischen Schriften. Martin Luther predigte einen gnädigen Gott, der Vertrauen schenkte, vor dem sich niemand mehr fürchten musste. Er wurde mit dem Bann aus Rom belegt. Die evangelische Kirche entstand.

In einer These heißt es:

Dem Armen zu geben ist besser, als Ablass zu kaufen. Denn durch ein Werk der Liebe wächst die Liebe und wird der Mensch besser.

Martin Luthers Wirken hatte viel Folgen, die er nicht absehen konnte. Das Wachsen der Liebe und die Besserung des Menschen sind aber immer noch bleibende Aufgaben.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".