Landwirtschaft als sinnstiftende Beschäftigung

Ökologisch im Gleichgewicht

Ein traumhaft schönes Areal mit ökologisch nachhaltiger Bioproduktion: Der Gartenhof in Waiern darf durchaus als ein landwirtschaftliches „Juwel“ bezeichnet werden. Alexander Pöhland ist einer der Klienten des Gartenhofs. Gemeinsam mit Biologin Gerlinde Witschnig lud er im Frühjahr zu einem Rundgang ein.

08.12.2017
Ackerböden im Gartenhof der Diakonie de La Tour
Landwirtschaft als sinnstiftende Beschäftigung

Es ist ungewöhnlich kalt für diese Jahreszeit. Alexander Pöhland scheint das nicht zu stören – gut gelaunt lädt der Mitarbeiter des Gartenhofs in Waiern gemeinsam mit Biologin Gerlinde Witschnig zu einer Führung durch das Gelände ein. Pöhland ist einer von 15 Menschen mit Behinderungen, die am Gartenhof-Areal hochwertiges Biogemüse produzieren.

Die Saison läuft bereits – gepflügte Äcker, aus denen erste Pflanzen sprießen, blühende Obstbäume, Schafe, die auf der Weide grasen und kleine Hühner, erst ein paar Wochen alt. „Das sind Sulmtaler Hühner“, erzählt Pöhland. „Die haben wir gerade erst bekommen.“ Eingezogen in einen neu errichteten Stall (Köraus-Mitarbeiter Matthias Lorenz und Klient Andi Gressel zeichnen dafür verantwortlich, finanziell ermöglicht durch eine Spende des Rotary Clubs Feldkirchen Ossiachersee, Anm. d. Red.), laufen die zierlichen Hühner aufgeregt durchs Stroh.

Damit ist der Gartenhof natürlich ein guter Arbeitgeber, denn hier ist ja alles bio
Gerlinde Witschnig, Mitarbeiterin des Gartenhofs

„Es war uns wichtig, dass wir keine Hybridhühner bekommen, sondern wir haben uns für diese alte und heutzutage sehr selten gewordene heimische Hühnerrasse entschieden“, erzählt Witschnig, die seit einem Jahr Mitarbeiterin des Gartenhofs ist. Als studierte Biologin und Landwirtin legt sie auf nachhaltige Produktion besonders viel Wert. „Damit ist der Gartenhof natürlich ein guter Arbeitgeber, denn hier ist ja alles bio", erzählt sie. So sorgen Gründüngungspflanzen wie z. B. Roggen oder Leguminosen und eine abwechslungsreiche Fruchtfolge für einen fruchtbaren Boden und gesunde Kulturpflanzen.

Brutstätten für seltene Vogelarten

Auf den alten Streuobstbäumen habe man zudem Nistkästen aufgehängt. „Das sind ideale Brutstätten für Zwergohreulen oder Wiedehopf", erzählt Witschnig. Vogelarten, deren Bestände in den vergangenen Jahrzehnten sehr stark zurückgegangen sind. Ein antiker Grenzstein lässt Besucher neugierig werden: „Der lag hier herum", erzählt die Biolandwirtin. „Und dann fand man heraus, dass er historisch sehr wertvoll ist und auf das Jahr 1551 zurückgeht.“

Der Weg führt durch die Obstbäume geht es den Hügel hinauf – von hier aus bietet sich ein wunderbarer Ausblick über das traumhaft schöne Areal des Gartenhofs. „Wir bauen sehr viele Gemüsesorten an“, erzählt Pöhland. "Pastinaken, Karotten, Sellerie, Porree, Kartoffel, Zucchini und noch einiges mehr." Genutzt wird nicht nur die Garten-, sondern auch die Nebensaison. Dann werden zum Beispiel Kräutersalz und Suppenwürze hergestellt.

Ausbau geplant

Das Angebot des Gartenhofs ist mittlerweile sogar überregional bekannt. Kein Wunder also, dass man bereits den Ausbau plant. So soll etwa der zu klein gewordene Hofladen erweitert, ein Mehrzweckraum gebaut und ein Café errichtet werden. „Eine neue Scheune befindet sich bereits in Bau", erzählt Pöhland. Wer den Gartenhof in Waiern aktiv unterstützen möchte, kann z. B. eine Patenschaft für ein Gartenhof-Schaf übernehmen. Nähere Informationen unter www.diakonie-delatour.at/patenschaf

Tipp: Der Gartenhofladen

Im Gartenhof wird Gemüse wie in einem Garten, aber im großen Stil angebaut. Das qualitätsvoll angebaute Gemüse deckt einerseits den eigenen Bedarf in den Küchen der Diakonie de La Tour ab und bietet gesundes Essen für alle. Andererseits wird das Gemüse auch im Gartenhofladen verkauft und trägt somit zur Integration und Wertschöpfung der Beschäftigten bei.

Öffnungszeiten Gartenhofladen:
Von Ende Juni bis Allerheiligen!
Donnerstag und Freitag, 10 bis 15 Uhr
Kneippweg 9, Körausgelände, 9560 Feldkirchen

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Über die Serie #OrtDerHoffnung

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Die Arbeit der Diakonie besteht darin, Angst zu nehmen und Hoffnung zu geben; der Abwertung von Menschen entgegen zu treten und ihre Würde zu bewahren. Mit der Social-Media-Serie #OrtDerHoffnung macht die Diakonie auf Menschen und Projekte aufmerksam, die Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Solidarität fördern und weiterentwickeln.