Zivildienst in der Diakonie

„Ob das wirklich das Richtige ist? Kann ich das überhaupt?“

Fridolin leistet gerade seinen Zivildienst in einem Kinderhaus des Diakonievereins Salzburg. Wie er seine Zivildienststelle gefunden und was er im ersten halben Jahr erlebt hat, erzählt er in unserer Reihe „Hoffnungsträger in Zivil“.

17.05.2016

An meinem allerersten Arbeitstag kam ein fünfjähriger Bub ein Buch in den Händen haltend auf mich zu. Er strahlte über das ganze Gesicht und fragte mich, ob ich ihm das Buch vorlesen könne. Sein Grinsen verstand ich erst, als ich den Titel des Buches las: „Der kleine Drache Fridolin“.

Zivildienst oder Grundwehrdienst?

„Wenn ich mich anschreien lassen will, dann suche ich mir eine ungute Freundin.“ Das ist meine – nicht ganz ernst gemeinte – Antwort in der „Zivildienst gegen Grundwehrdienst Debatte“. Meine Entscheidung stand also schon lange fest. Ebenso lange wusste ich, dass ich diese neun Monate mit etwas Sinnvollem und Spaßigem verbringen möchte. Die Vorstellung den ganzen Tag Leute vom Punkt A quer durch die Stadt nach Punkt B zu chauffieren, war für mich das Worst-Case-Szenario.

Zivildiener Fridolin spielt mit den Kindern im Kinderhaus des Diakonievereins Salzburg
Fridolin leistet gerade seinen Zivildienst in einem Kinderhaus des Diakonievereins Salzburg.

„Meine Entscheidung stand fest: Hier will ich meinen Zivildienst leisten“

Nach kurzem Abwiegen der Möglichkeiten war mir schnell klar etwas mit Kindern machen zu wollen. Nach langwieriger und – unverständlicherweise nicht nachvollziehbar – umständlicher Suche bin ich beim Diakonieverein Salzburg fündig geworden. Als Antwort auf meine Bewerbung wurde ich für ein Vorstellungsgespräch und in weiterer Folge zum Schnuppern ins Kinderhaus eingeladen. Nach diesen ersten Stunden stand meine Entscheidung fest: Hier will ich meinen Zivildienst leisten. Bammel hatte ich dennoch bis zuletzt. Ob das wirklich das Richtige ist? Kann ich das überhaupt? Und ist mir das nicht viel zu laut und viel zu stressig?

„Der erste Tag war großartig und so blieb es bis heute“

Nach meinem ersten echten Arbeitstag, immerhin über ein halbes Jahr nach meiner Zusage, konnte ich endlich alle Zweifel bei Seite legen. Der erste Tag war großartig und so blieb es bis heute auch: Einfach nur großartig! Trotz aller „Mädchen für alles“-Aufgaben habe ich große Freude an meiner Arbeit. Ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit, auf die Kinder, auf meine Kolleginnen. Viel Zeit verbringe ich direkt mit den Kindern, beim Malen, Bauen oder Verstecken spielen. Für die Kinder bin ich ein Freund und Spielkamerad. Für das Team eine Bereicherung, und eine notwendige helfende Hand mehr.

Und wie es nach dem Zivildienst weitergeht? Fridolin wird voraussichtlich für 10 Monate im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes in der Behindertenarbeit in Großbritannien arbeiten. Wir wünschen ihm viel Spaß dabei!

Word Rap Icon

Wordrap

Hobbys? Bergsteigen, Wandern, Technik, Konzerte besuchen

SMS, WhatsApp oder Telefon? Telefonieren

Geheimnisse habe ich vor... jedem

Meine größte Schwäche: Prokrastination

Letztes gelesenes Buch: Der Sieg des Kapitals von Ulrike Herrmann

Der letzte Song, den ich auf meinem MP3-Player gehört habe, war: „Our House“ - Crosby Stills Nash and Young

Lieblingsgegend in Österreich: Die schönste Gegend ist für mich ohne Frage das Salzkammergut, am gemütlichsten     ist die Süd-Oststeiermark.

Wenn ich eine Frau wäre, dann... hätte ich es an den vielen andern Orten der Welt deutlich schwerer.

Wenn ich heute zehn Millionen im Lotto gewonnen hätte, dann...  würde ich jetzt nicht vor meinem Computer sitzen, um dies zu schreiben.

Mein Lieblingsschimpfwort lautet: Schauer

Ich kann nicht verstehen, dass... es Leute gibt, welche hierauf eine Antwort wissen.

Als Kind wollte ich immer schon… einmal tauchen.

In zehn Jahren werde ich…    über die Geschichten meiner ehemaligen MitschülerInnen staunen.

Du interessierst dich für den Zivildienst bei der Diakonie?

Österreichweit beschäftigt die Diakonie derzeit rund 200 Zivildiener! Du interessierst dich für unsere Arbeit? Informiere dich hier auf unserer Webseite oder schreib uns eine E-Mail an zivildienst@diakonie.at

Tipp: Erfahre mehr über die Erfahrungen unserer Zivildiener in unserer Blog-Serie „Hoffnungsträger in Zivil“