Von Gott und der Welt, Adventkranz

Noch eine Woche ohne!

Die Weihnachtsbäume auf den öffentlichen Plätzen sind aufgestellt, die Christkindlmärkte eröffnet und die CDs mit der weihnachtlichen Kaufhausmusik längst eingelegt. Doch auch wenn die Punschhütten schon locken, befällt so manchen ein Unbehagen. Die Weihnachtsstimmung kommt zu früh.

23.11.2013
Der Diakonie-Adventkranz am Wiener Rathausplatz (Foto: Anna Rauchberger)
Der Adventkranz ist eine Erfindung der Diakonie (Foto: Anna Rauchberger)

Ja es scheint, von Jahr zu Jahr werden die Vanillekipferln früher gebacken. Zum einen zeigt sich darin eine gewisse Sehnsucht nach der Zeit der Lichter und des Dufts der Zimtsterne, zum anderen geht es um handfeste wirtschaftliche Interessen. Die Zeit der Weihnachtseinkäufe soll verlängert werden.

Im Unbehagen spiegelt sich noch das Wissen wieder, dass Ende November das Kirchenjahr zu Ende geht und mit dem ersten Advent ein neues Kirchenjahr beginnt. Der Festkreis des christlichen Lebens beginnt mit der Erwartung der Geburt Christi, mit dem Advent, eigentlich einer Zeit des Fastens, der Einstimmung auf das Kommen des Heilands. Und das Kirchenjahr endet mit dem Gedenken, dass es mit der Welt auch einmal ein Ende haben kann, mit dem Christkönigtag in der katholischen Kirche und dem Totensonntag in den evangelischen Kirchen.

Doch wagen wir den Versuch. Eine Woche noch, ohne Punsch, ohne Kerzen, ohne Jingle Bells. Dann kann die erste Kerze am Adventkranz umso heller strahlen.
Michael Chalupka, Diakonie-Direktor

In den dunklen Tagen des Novembers wird der dunklen Seiten des Lebens gedacht. Denen stellt sich niemand gern. Da kommt der frühe Beginn des Weihnachtstrubels gerade recht. Doch wagen wir den Versuch. Eine Woche noch, ohne Punsch, ohne Kerzen, ohne Jingle Bells. Dann kann die erste Kerze am Adventkranz umso heller strahlen.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".