Ein ganzes Dorf wird 100m von der Küste entfernt wieder aufgebaut

Neues Land für die Bewohner von Marabut in Sicht

Jeffrey ist Fischer im Dorf Marabut, auf der Insel Leyte/Philippinen. Bis zum Taifun Haiyan hat er mit seiner Familie in einem Haus direkt am Meer gewohnt.

06.11.2014
Von Taifun Haiyan zerstörtes Dorf
Wir sind im Dorf sehr gut organisiert und haben gekämpft, dass wir Land bekommen, wohin wir gehen können. Jetzt gehören wir zu den Glücklichen, denen der Bürgermeister geholfen hat (Foto: Rastl)

Hinter Jeffreys Haus gab es sogar noch ein kleines Wasserbecken, in dem er Krabben gezüchtet hat. Das Becken ist noch dort. Jeffreys Haus ist nicht mehr zu sehen. Es wurde von der Flut weggetragen, die nach dem Taifun gekommen ist, und die auch alle anderen Häuser der kleinen Siedlung bis zum Dach überschwemmt hat. Alle rund 130 Häuser in der Siedlung Ferreras standen dort, wo die Regierung jetzt die sogenannte „no build zone“ ausgerufen hat. Nämlich innerhalb eines 40 Meter breiten Streifens entlang der Küste auf den Inseln Leyte und Samar, wo es seit dem Taifun Haiyan nicht mehr erlaubt ist, feste Häuser zu bauen.

Jeffrey wäre schon froh, wenn er eine einfache Hütte hätte. „Meine Frau ist 2 Monate nach dem Taifun mit unserem kleinen Sohn nach Manila zu Verwandten gegangen. Unser Sohn war immer krank, er hatte Fieber und Durchfall. Und wir hatten Angst, dass er es nicht überleben würde, mit uns in einem Zelt zu leben. Das Zelt, das wir von der Nothilfe bekommen haben, war in den ersten Tagen und Wochen ein Schutz gegen den Regen. Aber jetzt, im Sommer, ist es unerträglich heiß drin, und man kann tagsüber keine Zeit darin verbringen. Wir suchen die ganze Zeit nach einem Schatten, den es hier bei uns kaum gibt, weil der Sturm ja auch die Bäume umgeworfen hat“, erzählt Jeffrey.

Trotz der schwierigen Bedingungen, unter denen die kleine Gemeinde Ferreras mit ihren rund 450 EinwohnerInnen jetzt auch 6 Monate nach dem Sturm noch lebt, hat das Dorf Glück. Auf der anderen Seite der Straße, die das Dorf nach hinten begrenzt, gibt es einen Hügel. Das Land gehört einem alten Mann aus dem Dorf, der selbst Fischer ist, und der seinen Nachbarn gerne helfen möchte. Deshalb hat er der Gemeindeverwaltung ein Grundstück verkauft, auf dem 66 Häuser gebaut werden können. „Wir sind im Dorf sehr gut organisiert und haben gekämpft, dass wir Land bekommen, wohin wir gehen können. Jetzt gehören wir zu den Glücklichen, denen der Bürgermeister geholfen hat“, erzählt der junge Fischer. Eine Hilfsorganisation wird im Dorf Marabut auf dem erhöht liegenden Gelände Häuser für die Bewohner stiften.

Junger Mann zeigt, wo die neuen Häuser gebaut werden sollen
Aber wir werden die Häuser selber bauen“, betont Jeffrey stolz. „Wir bekommen das Material und haben uns schon in 5 Baugruppen aufgeteilt. Schon Ende des Jahres werden wir vielleicht in neuen festen Häusern wohnen können“.

Währenddessen haben andere Hilfsorganisationen dem Dorf auch zugesagt, ihnen zu helfen, dass sie ihre Fischerboote wieder reparieren können. Die Boote, die der Wind komplett zerstört hat, werden ersetzt, sodass die Fischer in einigen Wochen wieder selber ein Einkommen erwirtschaften werden können. „Wenn wir ein sicheres Haus haben, und ich wieder selber fischen gehen kann, wird meine Frau wieder aus Manila zurückkommen. Dann werden wir ein sicheres Leben auf dem Hügel führen können, wo uns ein neuer Taifun nicht so viel anhaben kann. Trotzdem kann ich nur hoffen, dass es nie wieder einen so starken Taifun in unserer Gegend geben wird, denn wenn ich mich daran erinnere, denke ich nur daran, dass wir alle hätten sterben können.“  (Jeffrey P. Cabero, 27 Jahre)

So hilft die Diakonie

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt Menschen weltweit, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

Hier erfahren Sie alle Details