Wiederaufbau gibt neue Hoffnung

Nepal: Zwei Jahre nach dem Erdbeben

Die Folgen der verheerenden Erdbeben vom 25. April und 12. Mai 2015 sind in Nepal noch immer sichtbar. Doch der Wiederaufbau macht Fortschritte.

24.04.2017
babita zeigt gurken die mit hilfe des verteilten saatguts gewachsen sind
Babita hat nach dem Erdbeben wieder Hoffnung auf einen Neuanfang (Foto: act alliance)

Es regnet, als wir Babita Bishunkhe in jener Region in Nepal besuchen, die im April und Mai vor zwei Jahren von verheerenden Erdbeben heimgesucht wurden. Babita ist Bäuerin und lebt mit ihrer achtköpfigen Familie in einer Wellblechhütte, die sie mit Hilfe von NachbarInnen nach dem Erdbeben aufgebaut hat. Babita ist fast immer Alleinerzieherin. Ihr Mann arbeitet in Saudi Arabien als Tagelöhner, um die Familie finanziell zu unterstützen. Um unabhängiger zu sein, hat die 38-jährige 2010 damit begonnen Gemüse anzubauen. Sie besuchte diverse Trainings und erlernte den kommerziellen und nachhaltigen Anbau von Gemüse. Durch diese Trainings wurde sie schnell zur Expertin, und schließlich zur Vorsitzenden der „Naghtan-Farmer-Vereinigung“ ernannt. So hatte ihre Familie ein geregeltes Einkommen und eine sichere Lebensgrundlage. Bis zum Erdbeben.

Schnelle Hilfe rettet Leben

Krieg, Erdbeben, Überschwemmungen: Die Katastrophenhilfe der Diakonie leistet rasche und wirksame Nothilfe, wenn Menschen von Naturkatastrophen oder Krisen betroffen sind.

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Als die Erde bebte

Durch das Erdbeben im April 2015 änderte sich von einem Tag auf den Anderen alles für die Familie: Ihr Haus wurde samt Besitz zerstört. Die komplette Ernte, Werkzeug und Saatgut wurden vernichtet.

Für mich hat es nicht nur bedeutet, dass ich alles verloren habe. Ich fühlte mich einfach machtlos und ohne Hoffnung
erzählt Babita.

Viele Organisationen unterstützten in der Zeit direkt nach dem Erdbeben die Menschen in der Region und versorgten sie mit Lebensmitteln und Trinkwasser. Erst nach Monaten der Antriebslosigkeit konnte sie neue Kraft schöpfen und gemeinsam mit ihrer „Nagthan-Farmer-Vereinigung“ überlegen, wie sie die Landwirtschaft in ihrem Bezirk wieder beleben können.

Hoffnung auf einen Neuanfang

Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation LI-BIRD startete die Diakonie Katastrophenhilfe zeitgleich ein Programm, mit dessen Hilfe Bauern und Bäuerinnen bei der Wiederbelebung ihrer Landwirtschaft unterstützt wurden. Die Region, wo Babita wohnt, heißt Bore Nagthan in Laduk. Sie zählte zu den ersten Regionen, die Unterstützung erhielten.

Als ich das erste Winter-Saatgut bekommen habe, war ich überglücklich. Endlich konnten wir wieder selbständig an unserer Zukunft bauen und waren nicht mehr von Hilfslieferungen abhängig
so Babita.
Bäuerin in ihrem Garten
Der Anbau von Saatgut hat rund 7.500 Menschen gut über den Winter gebracht

In den folgenden Wochen achtete sie darauf, dass die begünstigten Familien das Saatgut selbstständig und fachgerecht einpflanzten. Nur so konnten sie lernen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Heute, zwei Jahre nach dem Erdbeben pflanzt Babita Rettich, indischen Senf, Bohnen, Erbsen und andere Sorten auf ihrem Land an. „Ohne das Saatgut hätten wir uns sehr schwer getan mit dem Wiederaufbau nach dem Erdbeben. Und aus dem Überschuss der ersten Ernte konnte ich rund 20.000 Rupien (ca. € 180,-) erwirtschaften. Genug, um wieder Hoffnung auf eine Zukunft zu haben“.

Diakonie Katastrophenhilfe wirkt mit Hilfe lokaler Partnerorganisationen

Durch die Zusammenarbeit mit ACT Alliance sowie lokalen Partnerorganisationen kann die Diakonie Katastrophenhilfe ein großes Gebiet abdecken und vermeiden, dass sich Maßnahmen doppeln oder fehlen. Die Orts- und Sprachkenntnisse, sowie auch die Kontakte der einheimischen Organisationen sind ein entscheidender Vorteil.

Die Hilfe umfasst neben der Verteilung von Saatgut auch den Aufbau von Bewässerungsanlagen und die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Über das Netzwerk der ACT Alliance wird zudem der Aufbau von 370 Häusern im Distrikt Kavrepalanchok unterstützt.