Damit Mama-Sein gelingt

Mum & Baby-Treff

Beim Mum&Baby-Treff haben Mütter die Möglichkeit, die Fragen zu stellen, die ihnen unter den Nägeln brennen und sich bei einem gemeinsamen Frühstück mit anderen Müttern auszutauschen und mit den Kindern zu spielen.

22.11.2016
Mütter und Babies am gedeckten Frühstückstisch im Diakonie Zentrum Spattstraße

Mittwoch früh im Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz. Immer wieder geht die Tür zum Treffpunkt auf, und eine junge Mutter und ihr Baby kommen an. Trotz Schneeregen, und obwohl manche der Kinder noch schlafen wollten, haben sie sich auf den Weg gemacht. Sie möchten die Mutter Kind Gruppe, die hier seit Oktober alle 2 Wochen stattfindet, nicht versäumen.

„Ich komm hier so gern her, weil ich hier immer gleichgesinnte Mütter treffe, und weil mein Baby hier mit anderen Kindern spielen lernen kann“, erzählt Sandra (Name geändert), die schon von Beginn an dabei ist. „Mum&Baby-Treff“ ist eine Gruppe für Mütter, die Hilfe dabei suchen, ihr junges Kind von Anfang an gut zu begleiten.

Es geht darum, dass die Bindung zwischen den Müttern und ihren Kindern gestärkt wird, denn wenn das gelingt, geht es dem Kind und der Mutter gut.
Kleine Kinder spielen, ihre Mütter schauen zu und greifen nicht ein
Die Mütter beobachten das Spiel aufmerksam ohne einzugreifen. Dadurch entsteht eine besondere Atmosphäre. Diese Ruhe lässt die Kinder konzentriert spielen. „Die Mütter sind meist erstaunt wie kompetent und selbstorganisiert ihre Kinder sind.“

betont Andrea Brunnhofer, die Leiterin der Gruppe. Denn einen guten und sicheren Rahmen für die gesunde Entwicklung eines Neugeborenen zu schaffen, ist für frisch gebackene Eltern oft nicht einfach, und gelingt auch nicht immer von alleine.

Wir arbeiten Kind-orientiert

„Wir arbeiten beim Mum & Baby-Treff sehr kindorientiert und haben von Beginn an die Gruppenregeln aus Sicht der Babies formuliert. Denn es geht darum, dass die Mütter die Bedürfnisse und Signale ihrer Kinder erkennen und besser verstehen lernen“, erklärt sie weiter. „Meine Mama schaltet das Handy aus“, oder „Meine Mama passt gut auf mich auf, und schaut auf mich“, sind die Regeln, an die sich beim heutigen Treffen auch alle jungen Frauen gut halten können.

„Das ist nicht bei jedem Treffen so einfach wie heute“, betont Andrea Brunnhofer. „Manchmal haben die Mütter große Schwierigkeiten, auf ihr Kind fokussiert zu bleiben“. In der Gruppe können sie erleben, welchen Unterschied es macht, wenn sie es schaffen, in der Gruppe „gut bei ihrem Kind zu sein“. Manchmal kommt es dabei zu Gefühlsausbrüchen, wenn die Frauen, die sich vor allem bei den Beobachtungs-Übungen - genannt „Baby Watching“ - miteinander vergleichen, das Gefühl haben, „keine gute Mutter zu sein“.

Hilfe bei akuten Schwierigkeiten und für den Alltag

Hier haben die Betreuerinnen, die zu dritt in der Gruppe arbeiten, die Möglichkeit, im Einzelgespräch sofort Hilfestellung zu geben, und auch – mit Hilfe des Netzwerks der Sozialarbeit in Linz - für den Alltag Hilfe anzubieten.

Alle Gruppenübungen und Gesprächsrunden sollen die Mütter stärken, und ihr Gefühl wecken „es geht mir gut mit meinem Baby, und meinem Baby geht es gut mit mir“.

Warum nur Mütter und keine Väter?

Partnerthemen sind in dieser Gruppe nicht Thema, genauso wenig wie auch Väter daran teilnehmen „dürfen“. „Bei manchen der Frauen, die hierher kommen, gibt es keine stabile Partnerschaft, so dass zum Beispiel die Väter bzw. die väterlichen Bezugspersonen der Kinder öfter wechseln“, erklärt Andrea Brunnhofer. Bei anderen gebe es Gewalterfahrungen und die Frauen brauchen zusätzlich andere Unterstützung. „Das sind Gründe, warum wir uns hier auf die stabile Bindung zwischen Mama und Kind konzentrieren“, erklärt sie.

Beim heutigen Mum&Baby-Treff werden nach der „Baby Watching“ Übung noch gemeinsam Lieder gesungen und ein Lichter-Fest gestaltet. Die jungen Mütter lernen dabei, sich gleichzeitig auf ihre Kinder zu konzentrieren, und dabei Tätigkeit auszuführen, die sie bereichert. Sandra sagt „ich geh so gern hierher, es ist eine ruhige und angenehme Atmosphäre, und wenn ich heimkomme, fühle ich mich stärker und nicht mehr so alleine mit meinem Kind“.

Um diesen so geschätzten Austausch öfter zu haben, werden die Mütter werden jetzt auch eine „Whatsapp-Gruppe“ gründen. „Dann können wir uns auch privat leichter verabreden und gegenseitig besuchen“, freuen sich Nadja und Sandra. Auch die Betreuerinnen der Gruppe unterstützen das und freuen sich über die Initiative der jungen Mütter.

Mutter-Kind-Gruppe im Diakonie Zentrum Spattstraße

Die Mutter-Kind-Gruppe im Diakonie Zentrum Spattstraße wurde im Oktober 2016 parallel zu einem bereits bestehenden Angebot mithilfe einer Unterstützung der Firma HOFER ins Leben gerufen.