Von Gott und der Welt

Mit dem Zug nach Korea

Busan liegt am japanischen Meer. Die koreanische Stadt zählt vier Millionen Einwohner und beherbergt in diesen Tagen das größte Treffen der Christenheit.

02.11.2013
Jesus am Kreuz (Foto: Pixabay)
Der Ökumenische Rat der Kirchen ist das größte Treffen der Christenheit. (Foto: Pixabay)

Der Ökumenische Rat der Kirchen hält dort seine Vollversammlung ab. Fast alle Kirchen dieser Welt sind als Mitglieder vertreten. Einzig die römisch-katholische Kirche ist nur Kooperationspartner.

Busan liegt am Meer, hat einen großen Flughafen und ist der wichtigste Seehafen Südkoreas. Und doch sind mehr als 100 Christinnen und Christen aus Europa mit dem Zug nach Busan gereist – 10.500 Kilometer, 22 Tage und viele Gebete und Gespräche lang. Der Friedenszug setzte sich in Berlin in Bewegung. Ausgangspunkt war das Brandenburger Tor. Die Erfahrung, dass ein geteiltes Land sich wieder vereint hat, die Erinnerung an den Fall der Berliner Mauer sollte mit dem Zug in ein Land reisen, das seit 60 Jahren in zwei Teile zerrissen ist. Beide Seiten stehen sich angstvoll hochgerüstet gegenüber und kein Ende des kalten Krieges ist absehbar.

Der Zug fuhr über Moskau, weiter auf der Strecke der transsibirischen Eisenbahn nach Irkutsk, über Peking und Pjönjang, um schließlich in Busan zur Versammlung der Kirchen zu stoßen. Eine lange Reise kam an ihr Ziel. Die Hoffnungen der Familien, die vor 60 Jahren zerrissen wurden, die Hoffnungen auf ein Leben, das nicht im Schatten der atomaren Bedrohung steht – diese Hoffnungen sind noch nicht am Ziel. Da braucht es noch viele Gebete und einen langen Atem.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".