Assistierende Technologien sind ihr Tor zur Welt

Menschen ohne Lautsprache sind nicht sprachlos.

Wir haben alle Infos zu Kommunikations-Hilfsmitteln gesammelt.

02.05.2018
Porträtbild Stephen Hawking  (Foto: journalweek.com)
Stephen Hawking war sein ganzes Berufsleben lang auf assistierende Technologien angewiesen. Sein Werk ist unschätzbar (Foto: journalweek.com)

63.000 Menschen in Österreich leben mit Einschränkungen in der Lautsprache

Laut dem österreichischen Behindertenbericht leben etwa 63.000 Menschen mit Einschränkungen in der Lautsprache. Die Ursachen für die Beeinträchtigungen sind vielfältig. Sie können angeboren sein, etwa durch infantile Cerebralparese, fortschreitend wie bei multipler Sklerose, erworben wie bei einer Lähmung durch Schlaganfall, oder es handelt sich um eine vorübergehende Sprachbeeinträchtigung nach einem Unfall.

Betroffen sind auch die rund 190.000 Angehörigen, die meist unterstützend im Alltag tätig sind.

Um das Gerät zu bekommen, das jedeR einzelne braucht, ist oft ein Behörden-Hürdenlauf zu absolvieren. - Grund sind die vielfältigen und oft auch unklaren Zuständigkeiten.

Als erstes geht es um die Bewilligung: Hier sind neben der Kranken- und Unfallversicherung, auch die Pensionsversicherung, die Sozialabteilungen der Bundesländer, sowie das Bundessozialamt zuständig.

Im zweiten Schritt geht es um die Finanzierung: Hier kommt HIlfe einerseits von "freien Trägern", andererseits von sozialen Wohlfahrtsorganisationen.

Was ist Unterstützte Kommunikation (UK)?

UK geht davon aus, dass jeder Mensch ein Bedürfnis nach Kontakt und Kommunikation sowie das Recht auf Selbstbestimmung hat. UK beschreibt daher verschiedene Methoden, die Kommunikation ermöglichen können, auch unter Zuhilfenahme von Hilfsmitteln. Elemente der Unterstützten Kommunikation können Blickbewegungen, Mimik, Zeigebewegungen, Körperbewegungen, Gebärden, Fingeralphabete sein. Nichtelektronische Hilfsmittel, die in der Unterstützten Kommunikation verwendet werden, sind etwa Kommunikationstafeln, Thementafeln, einzelne Bild- oder Wortkarten.

Was sind Assistierende Technologien (AT)?

AT sind technische Hilfsmittel, die zur Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung der Ausdrucksmöglichkeiten eines Menschen führen und Funktionseinschränkungen ausgleichen helfen. Solche Technologien sind sprechende Tasten, Pupillensteuerungen, Sprachausgabegeräte, schrift-sprachbasierte Kommunikationshilfen oder auch iPads bzw. Tablet-PCs. AT dienen dazu, Lebensqualität und Selbstbestimmung durch Barrierefreiheit zu ermöglichen. Wesentlich ist, dass Betroffene in die Entwicklung von AT einbezogen werden müssen, um zu gewährleisten, dass Geräte sich den Bedürfnissen der Menschen anpassen.

Was sagt die UN-Konvention zu Unterstützter Kommunikation?

Die „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ wurde in Österreich im Jahr 2008 ratifiziert und geht in mehreren Artikeln auf die Verpflichtung der Staaten zur Förderung von Kommunikationstechnologien ein. Dabei stellt die UN-Konvention klar, dass Kommunikation nicht nur Sprache, Textdarstellungen und Brailleschrift einschließt, sondern auch durch Informations- und Kommunikationstechnologien gewährleistet werden kann. Der Anspruch darauf zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Vertragstext.

Eine Beispielgeschichte

Lukas B. am Arbeitsplatz

Bis jetzt kein Rechtsanspruch auf Assistierende Technologien - Hilfe trotzdem möglich

Es gibt keinen österreichweiten Rechtsanspruch auf Assistierende Technologien. Betroffene erhalten seit 2009 Unterstützung beim VERBUND-Empowerment Fund der Diakonie bis die Lücke in der Finanzierung geschlossen werden kann.