Eltern aus dem Diakonie-Kindergarten am Hubertusdamm melden sich zu Wort

„Mein Kind ist sehr gerne bei euch und mit euch im Kindergarten"

Vor über einem Jahr kam es zu Verfehlungen, die nicht den pädagogischen Standards der Diakonie entsprechen. Entlassung, transparente Aufarbeitung und der Aufbau eines neuen Teams folgten. Eltern aus dem Diakonie-Kindergarten am Hubertusdamm melden sich zu Wort.

04.12.2015

[…] Mich hat der Bericht [in der Gratiszeitung „heute“, Anm.] in keinster Weise verunsichert, ich finde es nur schade, dass jetzt, wo ihr wirklich viel getan habt, um es aufzuarbeiten, so ein Bericht kommt. […]
Ich saß bei der Eingewöhnung […] 5 Wochen lang jeden Vormittag mit in der Gruppe. Ich bin mir also sehr sicher, gesehen zu haben wie die Kinder (zumindest in den Krippengruppen) wirklich behandelt werden. Und ich bin jeden Tag froh, Florina an so einem liebevollen Ort zu wissen […]
Veronika Brandl

Prozess der Aufarbeitung und Aufdeckung

[…] Es hat sich [im letzte Jahr, Anm.] viel getan, wie z.B. Betreuung durch "Die Möwe", ein Prozess der Aufarbeitung und Aufdeckung durch die MA11 und ein neues Team. Mit viel persönlichem Engagement haben die neuen Pädagoginnen wieder Stabilität und eine Atmosphäre der Geborgenheit in den Kindergarten gebracht. Die Stimmung im Kindergarten ist hoch motiviert, entspannt und lustig. […]
Ilsa Aichhorn, BA

Kinder im Diakonie-Kindergarten
Hohe pädagogische Standards werden in Diakonie-Kindergärten gelebt und laufend überprüft. ©Regina Hügli/Diakonie Bildung

"...Pädagoginnen gehen sehr liebevoll mit den Kindern um."

[…] Mein Kind besucht seit September 2015 die Kinderkrippe und ich kann Ihnen über unsere Erfahrungen im Jahr 2015 berichten. Wir haben den Kindergarten im Mai 2015 das erste Mal besucht und mit der interimistischen Leiterin ein ausführliches Gespräch gehabt. Offen hat sie von den Vorkommnissen und der Kündigung von 4 Pädagoginnen erzählt. Die Aufgabe der interimistischen Leiterin war es vor allem, "aufzuräumen" und Maßnahmen zu implementieren, dass solche Vorkommnisse nicht mehr passieren können. Ich bin mir sicher, dass dieser Kindergarten zu jenen gehört, die am besten kontrolliert werden. Die Diakonie hat auch einiges in die Gestaltung des Hauses und Gartens investiert, damit sich die Kinder noch wohler fühlen.

Beim nächsten Besuch im Juni haben wir die neue Leiterin kennen gelernt, die extern gesucht wurde. Sie ist sehr engagiert und kommuniziert viel und zeitnah mit den Eltern.

Im September begann die Eingewöhnung meines Kindes. Die Pädagoginnen gehen sehr liebevoll mit den Kindern um und arbeiten sehr gut mit den Eltern zusammen. Innerhalb eines Monates war die Eingewöhnung abgeschlossen und mein Sohn besucht den Kindergarten sehr gerne. Es kommt oft vor, dass er am Nachmittag nicht nach Hause gehen möchte. Täglich erfahre ich, was sich bei meinem Kind getan hat. Es gibt viel Positives über den Kindergarten zu berichten. Am meisten schätze ich aber die freundliche, fröhliche und entspannte Art des ganzen Betreuungsteams. […]
Mag. Doris Mader

"... es wurde ein engagiertes neues Team aufgebaut

[…] Mit viel Engagement bei der Krisenleitung wurde ein tolles Team mit engagierter Leitung und kompetenten Mitarbeiterinnen aufgebaut, die sich bewusst, trotz der schwierigen Lage in dem sich der Kindergarten nach den Vorfällen befand, dafür entschieden haben, von Grund auf einen gut funktionierenden Kindergarten aufzubauen, in dem sich unsere Kinder wohl fühlen.
Michael Straszniczky

"... eine fröhliche, freundliche Atmosphäre"

Wir hatten Glück, dass wir eine besonders engagierte und integre interimistische Kindergartenleitung bekommen haben. Ihr ist es gelungen, mit professioneller Unterstützung das Geschehene aufzuarbeiten und wieder ein Klima der Offenheit zu schaffen. Wir sind dankbar, dass die Interimsleitung MitarbeiterInnen und eine neue Leiterin gefunden hat, die bereit waren, die Scherben „aufzusammeln“ und mit vollem Engagement ihre wichtige Arbeit zu machen.

 Jetzt erlebe ich in unserem Kindergarten eine offene Gesprächskultur, eine fröhliche und freundschaftliche Atmosphäre und eine partnerschaftliche Nähe zw. Eltern und pädagogischem Personal, die ohne die schlimmen Vorerfahrungen wohl nie entstanden wäre.
Eva. H.

„Mein Sohn ist sehr gerne bei euch und mit euch im Kindergarten“.
Christian Kreuzer

„es ist ausgesondert wichtig, dass alle wissen JETZT und in ZUKUNFT alles fantastisch ist für unsere Kindern - also für uns als Eltern auch!“
Freundlichen Grüßen,
Anna Somos

Zur Chronologie der Ereignisse im Kindergarten

Ende 2014 wurde bekannt, dass seitens einiger Pädagoginnen im Kindergarten am Hubertusdamm Erziehungsmaßnahmen gesetzt wurden, die nicht den pädagogischen Standards und Erwartungen der Diakonie entsprechen. Es wurden rasche Schritte gesetzt: Von jenen Mitarbeiterinnen, bei denen es Hinweise auf ein solches Verhalten gab, hat sich die Diakonie unverzüglich getrennt. Gemeinsam mit dem Kinderschutzzentrum „Die Möwe“ wurde ein in Wien einzigartiges Schulungsprogramm zum Thema Prävention und Kinderschutz erstellt, das von nun an für alle MitarbeiterInnen verpflichtend ist. Auch regelmäßige facheinschlägige Fortbildungen gehören zu den Standards. Es wurde eine neue Leitung eingesetzt und neue PädagogInnen eingestellt.

Die Darstellung in den Medien, dass es keine Strafanzeige gegen die Pädagoginnen gab, ist falsch. Richtig ist, dass die Justiz auch in 2. Instanz das Verfahren eingestellt hat.