... aber die BewohnerInnen geben nicht auf

Liwayway ist doppelt bedroht, ...

Im Dorf Liwayway gibt es ein Mineralvorkommen, das chinesische Firmen ausbeuten wollen. Sie haben vor zwei Jahren zu graben begonnen, und seither wird es immer schlimmer.

08.05.2014
der fruchtbare Boden wird auf der Suche nach wertvollen Erzen abgetragen
Die Dorfgemeinschaft in Liwayway ist von den Folgen des Taifuns betroffen und seit Jahren auch von Landgrabbing bedroht.

Die Gemeinde Liwayway auf der Insel Samar/Philippinen war schon vor dem Taifun Haiyan im November 2013 von großen Schwierigkeiten betroffen: Hier gibt es ein Mineralvorkommen, das chinesische Firmen ausbeuten wollen. Sie haben vor zwei Jahren zu graben begonnen, und seither wird es immer schlimmer. 

Unser Land geht verloren. Wir können keinen Reis mehr pflanzen, und auch der See, aus dem wir die Fische geholt haben, die wir immer gegessen haben, und die wir auch auf dem Markt verkaufen konnten, ist zerstört
Von Taifun Haiyan zerstörte Kokospalmen
Die Kokospalmen werden 5-10 Jahre brauchen, bis sie nachgewachsen sind, und wieder Früchte tragen (Foto: Rastl)

berichtet Lucia, die Dorfvorsteherin der Siedlung Liwayway in der Gemeinde McArthur, der südlichsten von Taifun Haiyan betroffenen Gemeinde der Insel Leyte.

Lucia bringt damit das Problem auf den Punkt, das die Siedlung Liwayway seit längerer Zeit bedroht und eine schwierige Ausgangssituation darstellt, zu der der Taifun im November 2013 noch einmal vernichtend beigetragen hat. In der Siedlung leben 1250 Menschen in rund 300 Haushalten. 170 Häuser wurden durch den Taifun komplett zerstört. 39 Häuser wurden zum Teil zerstört. Zum Glück konnten alle BewohnerInnen des Dorfes die Katastrophe überleben.

Allerdings wurde ihre Lebensgrundlage, die zu einem großen Teil aus der Ernte der Kokosnüsse auf den umliegenden Grundstücken besteht, zu 90 % zerstört. Die Kokospalmen sind umgeknickt, die Palmblätter zumindest abgerissen, und es wird 7-10 Jahre dauern, bis wieder Kokosnüsse geerntet werden können.

Frau in einem Gemüsegarten unter den zerstörten Kokospalmen
Als Alternative zu den zerstörten Kokospalmen lernen die Menschen Gemüsegärten anzulegen

Da die Familien im Dorf schon lange politisch aktiv sind und gegen die Minenarbeit in ihrem Dorf kämpfen, haben sie sich auch jetzt gleich nach dem Taifun zusammengeschlossen, um eine Alternative zur Ernte der Kokosnüsse zu finden. Lucia hat rund um ihr Haus ein kleines Farmland. So hat sie gemeinsam mit der Bauernorganisation, die auch von einer lokalen Organisation unterstützt wird (ATM – aliansa tigel mina und von Chistian Aid) beschlossen, ihre Farm als Kooperative Farm neu zu beleben.

„Nach dem Taifun konnte man hier nicht mehr erkennen, dass wir schon Schweine und Hühner gezüchtet haben, dass wir einen schönen Garten hatten. Es hat hier ausgesehen, wie nach dem Ende der Welt. Wir haben wochen gebraucht, nur um den Schutt wieder von dem Grundstück weg zu bringen“, erzählt Lucia. Während der Phase der Nothilfe, in der die DorfbewohnerInnen Lebensmittel und Hygienepakete erhielten, haben alle Dorfbewohner gemeinsam angepackt und konnten bis zum Jahresende 2013 einen Garten anlegen, in dem heute Gemüse wächst und das an eine positive Zukunft wieder glauben lässt. Die DorfbewohnerInnen haben eine neue Möglcihkeit gefunden, ihr Einkommen zu erwirtschaften. Schon 4 Monate nach der Aussaat haben sie jetzt Gurken, Okraschoten, Bohnen, Tomaten, Paprika für ihren eigenen täglichen Verbrauch, und auch genügend, um das Gemüse auf den Markt zu bringen. „Es ist noch nicht ausreichend, dass wir alle davon leben können. Wir sind noch immer auf Hilfe angewiesen“, so Lucia, die sich auch besonders auf die Wohnsituation der DorfbewohnerInnen bezieht.

Facts

Die BäuerInnen-Vereinigung wird von einer philippinischen NGO im Kampf gegen das Landgrabbing unterstützt. Hier gibt es einen Blogbeitrag der Aliansa Tigelmina zur Situation im Dorf Liwayway vom Mai 2014 (englisch)

In Liwayway gibt es keine Aussicht auf ein Grundstück, wohin die Menschen umgesiedelt werden können. Grund und Boden gehört hier Großgrundbesitzern, die den Minenfirmen den Zugang zu ihrem Land verkauft haben. Es ist gänzlich gegen ihr Interesse, dass es hier eine gut organisierte Gruppe von Bauernfamilien gibt, die für ihre Rechte kämpft. „Der politische Kampf, den die Menschen hier führen bringt die lokalen Autoritäten sogar dazu, ihnen den Zugang zu staatlicher Hilfe zu versagen“, betont Jesus Garganera, lokaler Leiter der Organisation, die die BäuerInnen in ihrem Kampf gegen die Minenausbeutung unterstützt. „Die Menschen hier haben einen steinigen Weg vor sich, bis sie hier, wo sie immer gelebt haben, wieder unter menschlichen Bedingungen wohnen und leben werden können“, so Jesus.

So hilft die Diakonie

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt Menschen weltweit, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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