Von Gott und der Welt

Liebe und Hass

Dieser Tag kommt mir immer wieder ein Lied in den Sinn, das im Sommer 1983 die Charts in Österreich und Deutschland gestürmt hat. Codo von DÖF, dem „Deutsch-Österreichischen-Feingefühl“ von Anette Humpe, Joesi Prokopetz und Manfred Tauchen war ein untypischer Sommerhit im Stil der Neuen Deutschen Welle.

15.08.2015
ein Herz aus Gänseblümchen

Der Inhalt ist schnell erzählt. Auf der Welt, da regiert der Herr des Hasses. Er singt: „Ich bin der Hass! Hassen, ganz hässlich hassen, ich kann's nicht lassen.“ Dann aber kommt Codo aus den Tiefen des Weltraums und bringt die Liebe mit, im Sauseschritt.

In diesem Sommer scheint der Herr des Hasses „fröhliche Urständ“ im Internet zu feiern. Da wird Flüchtlingen den Flammenwerfer an den Hals gewünscht, oder kritischen Journalisten zwei Kugeln ins Knie. Ein eigenes Wort gibt es dafür. „Hasspostings“ finden sich allerorts.

Wie auf Hass reagieren? Oft muss widersprochen werden, auch mit der Strenge des Gesetzes. Dann, wenn sich der Hass gegen Menschen richtet, die sich nicht selbst wehren können.

Oder aber man folgt dem Ratschlag Jesu: „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“ Da ist sie wieder die Liebe, ja sogar, die, die einen hassen, soll man lieben und für sie bitten, dass sie ihren Hass wieder loswerden können. Lieben angesichts des Hasses ist schwer. Aber zumindest wissen wir ja von Codo, warum die Liebe den Hass besiegen kann.

Denn die Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, die macht viel Spaß, viel mehr Spaß als irgendwas.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.