Von Gott und der Welt

Kochen für den Frieden

Normalerweise beginnt der Tag früh für Ruba Khoury und Joyce Barakat. In den vier Gemeinschaftsküchen im Libanon beginnen je acht Frauen, Libanesinnen und Syrerinnen, Muslimas und Christinnen früh morgens mit der Zubereitung von 250 Mahlzeiten pro Küche.

10.09.2016
Eine Beguenstigete bekommt eine Mahlzeit von der Suppenkueche der Diakonie Katastrophenhilfe  in Zahle
Suppenküche im Libanon für Flüchtlinge aus Syrien - Die Freude über eine warme Mahlzeit ist groß

Diese Woche wurde die Nacht lang für Ruba Khoury und Joyce Barakat, denn sie nahmen in Wien den Intercultural Achievement Award vom österreichischen Außenministerium entgegen. Der Preis zeichnet das Projekt "Kochen für die Gemeinschaft" aus.

Gekocht werden syrische und libanesische Speisen, die besonders nahrhaft sind. „Um 11:30 Uhr wird ein Lieferfahrzeug mit Töpfen beladen und fährt zu den umliegenden Haushalten die versorgt werden. Für die Familien, die das Essen bekommen, syrische Flüchtlingsfamilien und besonders bedürftige libanesische Haushalte, ist es jedes Mal eine riesengroße Freude, wenn das Auto ankommt. Solche Mahlzeiten könnten sie ihren Kindern sonst meist nicht bieten“, berichtet Ben Nausner, Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe, die das Projekt finanziell unterstützt.

Bleibt doch unvergessen, dass die große Flüchtlingsnot des vergangenen Jahres durch den Hunger in den Flüchtlingslagern ausgelöst wurde.
Michael Chalupka

Ruba Khoury und Joyce Barakat wollen ihr gemeinschaftsstiftendes Küchenprojekt auf den ganzen Libanon ausdehnen. Es wäre nicht die schlechteste Idee, wenn dies mit Hilfe staatlicher und privater Unterstützung gelingen könnte. 

„Von Gott und der Welt"

Die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.