Von Gott und der Welt

Kinder des Winds

Kommt der Wind auf, beginnen die Kinder zu weinen, erzählt einer der Fischer, der den Taifun Hayan überlebte, der vor sechs Monaten weite Teile der Phillipinen mit verheerender Wucht getroffen hatte.

10.05.2014
Kinder auf Fischerbooten auf den Philippinen
Seit dem Sturm Yolanda fürchten sich die Kinder in den Fischerdörfern vor dem Wind.

Mehr als 6200 Menschen kamen ums Leben, eine Million Häuser wurden zerstört, 14 Millionen Phillipinos leiden immer noch unter den Folgen des Sturms. Die Kinder sind mit dem Wind aufgewachsen. Der Wind und der der Sturm gehörten in Tacloban zum Alltag, bis Hayan kam, ein Tayfun, wie ihn selbst die ältesten Fischer nicht gekannt hatten. Seitdem weinen die kleinen Kinder, kommt Wind auf. In den sechs Monaten ist viel geschehen, berichtete diese Woche Diakonie-Mitarbeiterin Roberta Rastl aus Tacloban.

Der Reis, die Bohnen und andere Gartenfrüchte, für die im März das Saatgut verteilt wurde, und die die Familien drei Monate nach dem Taifun angepflanzt haben, können bald geerntet werden.

Dank der Spenderinnen der Diakonie und von Nachbar in Not konnten Fischer ihre Boote wieder reparieren und selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Doch noch bleibt viel zu tun. Es braucht vor allem wetterfeste Häuser, die auf Grundstücken stehen, die nicht der Sturmflut ausgesetzt sind. Da gilt es Eigentumsrechte zu klären und die Bauarbeiten rasch voranzutreiben. Denn die nächste Regen- und Sturmzeit kommt spätestens in sechs Monaten. Da sollten die robusten Häuser stehen, die verängstigten Kindern und ihren Familien sichere Zuflucht bieten.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.

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