Von Gott und der Welt

Kinder brauchen Liebe

Kinder brauchen Liebe. Im besten Fall von ihrer ganzen Familie

17.05.2014
Ampelmännchen grün - zwei Frauen gehen Hand in Hand
Die Wiener Ampelmännchen wurden zum European Soncontest 2015 erneuert. Gleichgeschlechtliche Paare an den Kreuzungen sorgten für Furore.

Familien sehen heute bunter aus als in den Schulbüchern des vorigen Jahrhunderts. Kinder leben in Mutter-Vater-Kind Familien, nach Trennungen in Alleinerzieherfamilien oder in Patchworkfamilien mit neuen Partnern und neuen Geschwistern. Überall brauchen Kinder Liebe und werden geliebt. Doch Garantie auf harmonisches Familienglück gibt es nicht. Familien sind auch der Ort von Gewalt und Missbrauch – vor allem dann, wenn sie am Ideal der heilen Familie scheitern.

Um zu wissen, dass auch Lesben und Schwule liebenswert und zur Liebe fähig sind, dazu hätte es nicht der Queen of Europe bedurft. Doch der Sieg von Conchita Wurst lässt Diskriminierungen, denen Homosexuelle in Österreich ausgesetzt sind, wieder klarer hervortreten. Dass gleichgeschlechtlichen Paaren das volle Recht auf Adoption versagt wird, gehört ohne Zweifel dazu.

Gegen eine Gleichstellung von hetero- und homosexuell lebenden Paaren wird gerne das Argument vorgebracht, eine richtige Familie bestehe aus Vater, Mutter und Kind – und das sei von der Natur und Gott so gewollt. Das heißt, alle anderen Formen von Familien abzuwerten, um die Würde der von Mann und Frau hochhalten zu können. Noch muss sich niemand vor der Gleichstellung von gleichgeschlechtlicher Partnerschaft fürchten, steht doch schon im Evangelium des Johannes:

Wo die Liebe regiert, hat die Angst keinen Platz.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.