„1400 kg Zwiebel geschält und 7 Liter Tränen vergossen“

Kälte und Schnee: Warmer Ort und warmes Essen für Menschen in Not

Im "S`Häferl" finden Armutsbetroffene warmes Essen, und einen Ort sich zu treffen und ein bisschen zu Hause zu fühlen.

04.12.2017
Norbert Karvanek schneidet in der Küche des Häferls Gemüse (Foto: Luiza Puiu)
Norbert Karvanek leitet das Häferl, eine Einrichtung für Menschen in Not der Stadtdiakonie Wien (Foto: Luiza Puiu)

Die Nachfrage nach einem warmen Platz und einem warmen Essen ist groß, berichtet die Diakonie aus ihrer sozialen Einrichtung Häferl in Wien. Die Kälte lässt den Andrang von Menschen in Not auf einen warmen Ort und ein warmes Essen ansteigen. "Soziale Notstellen und ein warmer Ort sind in solchen Situationen für Armutsbetroffene eine existentielle Frage", so Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie. Diese Hilfen werden mehr als je gebraucht. Die servierten Menüs im Häferl sind in den letzten Jahren stark gestiegen: Die Summe an warmen Essen im Häferl hat sich mehr als verdoppelt. "Waren es vor vier Jahren noch 14.000 Essen so sind es jetzt 40.000 Portionen die serviert wurden", so Schenk.

1000 kg Zwiebel geschält und 7 Liter Tränen vergossen

700 Hände oder 350 ehrenamtliche Helfer - SchülerInnen, PensionistInnen und Studenten, sozial kochende Bürogemeinschaften, liebe Freunde und auch so mancher Gast - haben im letzten Jahr 1500 kg Erdäpfel und 1000 kg Zwiebel geschält (und 7 Liter Tränen vergossen).

1400 kg Teigwaren wurden verkocht, ebenso 670 kg Reis, 3500 kg Fleisch und Wurst,  6.500 Kg  Gemüse. Wir haben 8200 Liter Suppe gekocht, und 1700 Eier, 365 kg Mehl und 650 Liter Milch wurden zu 8000 Palatschinken, aus denen so manche Fritatteneinlage wurde.

Insgesamt ergaben diese Zutaten 40.000 Menüs. Und im nächsten Jahr wird es nicht weniger werden
berichtet der Chefkoch Norbert Karvanek.
Eine Frau und ein Mann nehmen ihr Mittagessen im Häferl der Stadtdiakonie Wien ein(Fotografin: Luiza Puiu)
Auch zuWeihnachten gibt´s im Häferl eine kostenlose warme Mahlzeit für Menschen in Not. (Fotografin: Luiza Puiu)

150 – 220 Menschen pro Tag werden im Häferl mit Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise versorgt, finden einen Ort sich zu treffen und ein bisschen zu Hause zu fühlen. 's Häferl ist an vier Tagen in der Woche für alle Menschen geöffnet. "An diesen Tagen bieten wir jedem Gast gratis Essen an. Wir verteilen bei Bedarf Kleidung und bieten Raum für soziale Kommunikation und Beratung", erläutert Norbert Kavranek, Leiter des Armenwirtshauses Häferl. "Wir sind keine Ausspeisung, wir servieren unseren Gästen das Essen, der Unterschied ist uns wichtig!"

Spenden und Mithelfen immer willkommen

Geld- und Lebensmittelspenden werden dringend gebraucht. Laufend gebraucht werden: Öl, Mehl, Teigwaren, Kartoffeln, Reis, Kaffee, Zucker, Salz, Haltbarmilch und Tee.

„Aber auch Geldspenden sind dringend vonnöten, da gerade unser Willi krank ist. Das ist der Geschirrspüler im Häferl. Auch Mitu, unser Herd, hat immer wieder erhöhten Betreuungsbedarf durch den Elektriker“
erzählt Norbert, der aktuell nicht weiß, wie er das alles bezahlen soll.

Spendenkonto:

IBAN AT13 3200 0002 0747 7417
BIC RLNWATWW

Auch "sich selbst spenden" und für die Gäste kochen ist eine Möglichkeit zu helfen.

#Hoffnungsträger werden: www.haeferl.net

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Über die Serie #OrtDerHoffnung

Angst, Neid, Wut und Misstrauen sind die Schlüsselbegriffe, die die derzeitigen öffentlichen Debatten regieren. Wir brauchen eine gesellschaftliche Kraftanstrengung, die den Zusammenhalt in den Vordergrund stellt und nicht den Neid und das gegenseitige Ausspielen von ohnehin benachteiligten Gruppen in der Gesellschaft.

Die Arbeit der Diakonie besteht darin, Angst zu nehmen und Hoffnung zu geben; der Abwertung von Menschen entgegen zu treten und ihre Würde zu bewahren. Mit der Social-Media-Serie #OrtDerHoffnung macht die Diakonie auf Menschen und Projekte aufmerksam, die Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Solidarität fördern und weiterentwickeln.