In den schwer betroffenen Gebieten ist die Ernte vertrocknet und das Vieh verdurstet.

In Somalia bleibt der Regen aus - eine Hungersnot droht

Seit Beginn des Jahres sind weite Teile Somalias von einer verheerenden Dürre betroffen – denn die Regenfälle in 2016 lagen weit unter dem Durchschnitt.

26.07.2017
Das Vieh verdurstet. Totes Tier in der Steppe
Mit dem Vieh stirbt auch die Lebensgrundlage der Menschen. ©Paul Jeffrey/ACT

 „Die Hoffnung der Menschen lag auf der Regenzeit dieses Frühjahrs, die von April bis Juni dauerte“, sagt Teresa Mayr, Projektbearbeiterin für Somalia der Diakonie Katastrophenhilfe. „Doch leider wissen wir jetzt, dass die Regenzeit vor allem in Zentralsomalia erneut unterdurchschnittlich ausgefallen ist".

Betroffen sind vor allem die Regionen Galgaduud, Hiraan, Middle Shabelle, Gedo und Banadir.

Die Menschen stehen vor dem Nichts. Deshalb haben wir in den letzten Monaten etliche neue Projekte gestartet und noch weitere in Vorbereitung
Frauen an der Wasserstelle.
Sicherung der Wasserversorgung für Menschen und Nutzvieh. ©ACT/NCA
Somalia: Vertriebene werden mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgt.
Versorgung von Vertriebenen in Banadir. ©ACT/NCA

Jede Spende hilft!

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Somalia: Mehr als 6 Millionen Menschen von Hunger bedroht

Die Zahl der auf Humanitäre Hilfe angewiesenen Menschen ist von 5 Millionen im September 2016 auf inzwischen 6,7 Millionen Menschen angestiegen – das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes. Mehr als 670.000 Menschen sind seit November vor der Dürre in andere Teile des Landes geflohen.

Obwohl auch die internationale Hilfe in den letzten Monaten massiv ausgebaut wurde, bleibt durch den ausgebliebenen Regen das Risiko einer Hungersnot unvermindert hoch. Zu groß sind die Lücken in der Nahrungsmittelversorgung,  zu viel Menschen leiden an Mangelernährung, Hunger und dürrebedingten Krankheiten.

Der Staat ist kaum dazu in der Lage, den vielen Millionen Hungernden zu helfen, daher sind die Menschen so dringend auf Hilfe von außen angewiesen. Erst 2011 war Somalia von einer schrecklichen Hungerkatastrophe betroffen, bei der nach Schätzungen der Vereinten Nationen etwa 260.000 Menschen starben.

Zahlen und Fakten zu Somalia:

  • 6,7 Millionen Menschen auf Humanitäre Hilfe angewiesen
  • Knapp 3 Millionen Menschen von Nahrungsmittelknappheit betroffen
  • 1,4 Millionen mangelernährte Kinder in 2017 (Schätzung Unicef, darunter 363.000 schwer unterernährt)
  • Zunahme von dürrebedingten Krankheiten wie Cholera, mehr als 50.000 Fälle seit Jahresbeginn
  • 1,1 Millionen Binnenvertriebene (bis November 2016) und 671.000 Menschen durch die Dürre intern vertrieben (November 2016-Juli 2017)

So kannst du helfen:

Mit rund 20 Euro kann eine Familie sechs Monate lang mit Trinkwasser-Reinigungstabletten versorgt werden.

Mit 22 Euro kann ein Flüchtlingshaushalt mit Decken, Hygieneartikeln und Kochutensilien ausgestattet werden.

Mit 60 Euro können fünf Familien einen Monat lang mit ergänzenden Nahrungsmittelrationen versorgt werden.

Für 93 Euro als Bargeldhilfe  kann einer Familie mit sechs Personen einen Monat lang das Überleben gesichert werden.  

Die Reparatur eines Flachbrunnens mit dem zusätzlichen  Anbau von Viehtränken kostet etwa 5.500 Euro 

"Um meine Familie zu retten, musste ich alles zurücklassen"
Mann und Kind in einem Camp in Somalia

Abdullahi Mohamed Diriye ist 71 Jahre alt. Seit November lebt er mit seiner Familie in einem Vertrieben-Camp in Bahdo, im Adado Distrikt. Durch die Dürre verloren er und seine Familie alle 310 Ziegen, von denen sie lebten. Um zu überleben flohen sie im November in das Camp. Hier lesen Sie die ganze Geschichte

Grundversorgung von Vertriebenen in Banadir
Somalia: Menschen stellen sich an, um ihre Nothilfegüter zu bekommen.

Banadir, im Süden Somalias, ist der Bezirk rund um die Hauptstadt Mogadischu. Entlang der Ausfallstraßen haben sich kilometerlange Flüchtlingslager gebildet.

Fast eine halbe Million Menschen leben auf diese Weise in den Ruinen der von 20 Jahren Krieg und Chaos zerstörten Stadt. Mehr als hunderttausend sind erst in den letzten Wochen dazu gestoßen – sie sind vor der Islamistenmiliz al Schabab aus der Hauptstadt geflohen. Die Diakonie versorgt sie mit dem Nötigsten. Hier gibts mehr Info