Von Gott und der Welt

Hilfe vor Ort

"Unsere Liebe muss sich durch unser Tun als echt und wahr erweisen".

24.03.2018
Vater und Sohn vor ausgebranntem Haus in Khan Jouz Foto Christoph Püschner/Diakonie Katastrophenhilfe

„Angenommen jemand, der alles besitzt, was er zum Leben braucht, sieht seinen Bruder oder seine Schwester Not leiden. Wenn er sich ihnen nun verschließt und kein Erbarmen mit ihnen hat – wie kann da Gottes Liebe in ihm bleiben?“ Der Verfasser des 1. Johannesbriefs im Neuen Testament macht sich Sorgen um seine Mitchristen, wenn sie sich nicht um die kümmern, die in Not sind, obwohl es ihnen selbst gut geht.

Denn wer nicht in Gottes Liebe bleibt, der schadet sich selbst.

„Meine Kinder“, fährt er fort, „unsere Liebe darf sich nicht in Worten und schönen Reden erschöpfen; sie muss sich durch unser Tun als echt und wahr erweisen.“

Für uns heute ist „in Gottes Liebe bleiben“ vielleicht eine befremdliche Redewendung. Doch es gibt noch ein Bewusstsein dafür, dass die, die alles besitzen, was sie zum Leben brauchen, sich denen, die Not leiden, nicht verschließen sollen.

Im Wahlkampf hat Sebastian Kurz deshalb versprochen, die Hilfe vor Ort zu steigern, ja

den Auslandskatastrophenfonds von 20 auf 60 Millionen zu verdreifachen.

Im Budget hat ihn die Regierung nun aber gekürzt.

Nach Protesten versucht der Finanzminister, den aktuellen Wert zu halten. Doch auch die in Zeiten der Flüchtlingsbewegung viel beschworene Hilfe vor Ort „darf sich nicht in Worten und schönen Reden erschöpfen; sie muss sich durch unser Tun als echt und wahr erweisen.“ Das hilft den Menschen in Not und der eigenen Glaubwürdigkeit.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".