Von Gott und der Welt

Hilfe im sinnlosen Chaos

Das Wasser zieht sich langsam zurück und hinterlässt in vielen Ortschaften und Städten Bosniens und Serbiens das pure Chaos. Das Wasser gibt Kadaver von toten Tieren frei, Häuser sind durch den Schlamm unbewohnbar.

24.05.2014
Ein Haus in Serbien, das von den Wassermassen umgestürzt wurde
Das Hochwasser in Serbien im Mai 2015 war für die Menschen wie eine Sintflut

Die Erfahrung des alles verschlingenden Hochwassers begleitet die Menschheit seit den Tagen der Sintflut und bleibt doch unbegreiflich. Und immer wieder gibt es Stimmen, die darin eine Strafe Gottes sehen, oder eine Reaktion der Natur selbst auf das sündige Leben der Menschen, die die Natur nicht achten und das Unglück selbst heraufbeschwören würden. Die Geschichte der Sintflut scheint dieses Denken zu bestätigen. Wird dort doch auch von einem zornigen Gott erzählt, der aus Wut über das Menschengeschlecht alle vertilgen will und nur Noah und die seinen in der Arche überleben lässt.

Doch die Geschichte der Sintflut endet in einem ganz anderen Ton. Gott schließt mit Noah einen Bund und verspricht ihm, nie wieder eine Sintflut zu schicken, nie wieder mit Strafe zu drohen.

Die Sintflut ist das Ende aller Deutungen von Naturkatastrophen als göttliche Willensbekundung. Naturkatastrophen haben keinen Sinn in sich. Sinnlose Zerstörung und Leid und Elend müssen nicht gedeutet werden. Niemand trifft die Schuld. Doch es muss geholfen werden. Menschen müssen evakuiert werden, Trinkwasser bereitgestellt und Decken und Medikamente verteilt werden. Und auch wir können helfen, indem wir spenden, für unsere Nachbarn in Not.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.

Unterstützen Sie Menschen in Not!

Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt sich weltweit für Menschen in Not ein. Hier finden Sie Informationen zu allen internationalen Nothilfeprojekten der Diakonie.