Von Gott und der Welt

Hauptfach Religion

Das Schuljahr beginnt. Religion ist zum Hauptfach geworden. Zumindest wenn der Satz gilt: „Nicht für die Schule lernen wir, sondern fürs Leben.“

30.08.2014
Schultafel mit den Worten: Time to inspire - Zeit für Inspiration
Schule soll Inspirationsmoment für die Jugend sein (Foto: Pixabay)

Denn im Leben spielt die Religion gerade eine Hauptrolle. Diese Hauptrolle muss nicht immer einfach sein und auch nicht immer sympathisch. Doch ohne Kenntnis der Religionen lässt sich die Welt derzeit nicht verstehen. Das Handwerkszeug zu einem vorurteilslosen, zugleich emphatischen und kritischen Umgang mit der eigenen Tradition und anderen religiösen Traditionen liefert ein guter Religionsunterricht in der Schule.

Der Religionsunterricht heute hat sich längst verabschiedet von jeglicher Form religiöser Indoktrination. Die Lehrerinnen und Lehrer sind pädagogisch ebenso gut ausgebildet, wie die Kolleginnen in den anderen Hauptfächern, und müssen oft noch kreativer sein, weil die Drohung mit den schlechten Noten entfällt.

Der Religionsunterricht im öffentlichen Schulsystem ist wichtig, nicht nur für die Kirchen und Religionsgemeinschaften, sondern für unser Gemeinwesen. Niemand kann sich wünschen, dass über Religion nur mehr hinter verschlossenen Türen geredet wird, und sie sich nicht der öffentlichen Debatte stellen muss.

Ein guter Religionsunterricht eröffnet neue Welten. Er lässt einen die Welt besser verstehen. Wer nicht getauft ist, kann sich in den ersten fünf Tagen übrigens auch anmelden zum Religionsunterricht – aus purem Wissensdrang.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.