Roberta Rastl hat Projekte von Brot für die Welt in Ruanda besucht und berichtet

Harte Arbeit und Optimismus im Dorf der Batwa

Die Menschen in den Landgemeinden in Ruanda sind es nicht gewohnt, anderes zu essen als Maniok und Süßkartoffeln. Das führt dazu, dass viele Kinder Mangel leiden.

01.09.2014
Dorfbevölkerung im Dorf der Batwa. Menschen schauen zu, wie Töpfe gemacht werden.
Die Batwa leben karg und nur vom Verkauf ihrer Töpferwaren. (Foto: Rastl)

Josefa Yankurije gehört zum Volk der Batwa (einer Minderheit in Ruanda) und wohnt im Dorf Mohororo nahe Ruhango. Die Dorfgemeinschaft lebt seit jeher hauptsächlich von der Töpferei, und Josepha ist Meisterin im Fertigen großer Töpfe, die zur Aufbewahrung von Nahrungsmitteln und Bananenwein benutzt werden.

„Ich habe das Töpfern von meiner Mutter gelernt, und gebe das Wissen jetzt an meine Kinder weiter. Eugenie ist 15. Sie beherrscht unser Handwerk schon recht gut. Aber es ist mir auch wichtig, dass sie in die Schule geht, dass sie englisch lernt und rechnen, damit sie sich sicher in der Welt bewegen kann und ein gutes Leben haben kann“, erklärt Josepha.

Eugenie selber erzählt mir schüchtern, sie gehe schon in die 6.Klasse. Ihre ältere Schwester sei nur 4 Jahre in die Schule gegangen, und habe jetzt schon zwei Kinder. Josepha und ihre Töchter bringen die fertig gebrannten Töpfe in die Stadt auf den Markt. Dorthin gehen sie zwei Stunden zu Fuß. Die Last tragen sie auf dem Kopf.

Junge Frau in Ruanda mit Baby
Vor allem die Kinder sind durch die Mangelernährung gefährdet (Foto: Rastl)

Die Dorfgemeinschaft wird von der „Brot für die Welt“-Partnerorganisation UGAMA unterstützt, damit sie lernen, ihre Hausgärten und damit die Nahrungsgrundlagen für die Familien zu verbessern. „Die Menschen hier sind es nicht gewohnt, anderes zu essen als Maniok und Süßkartoffeln“, erklärt Jean Damascéne, Leiter der NGO, die Kooperativen und informelle Gruppen von Bauernfamilien bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln berät und unterstützt. „Das führt dazu, dass viele Kinder Mangel leiden. Sie haben zwar keinen Hunger, aber es bleiben ihnen auch die wichtigen Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Proteine verwehrt. Wenn sie es lernen, Blattgemüse anzubauen, können sie einige der wichtigsten Nährstoffe auf ihren Teller bringen“, so Jean Damascéne.

Außerdem ermöglicht UGAMA Schulungen für die Haushalte in Fragen der Anbaumethoden und Auswahl der Nutzpflanzen. Was sie in ihrem Küchengarten hinter dem Haus anbauen und nicht selbst konsumieren, können die Familien auf dem Markt verkaufen. Langsam aber sicher ersparen sich manche Familien bereits eine oder zwei Ziegen, oder gar eine Kuh. Und Josepha ist optimistisch:

Wenn ich Milch für meine Kinder hätte wäre das eine große Verbesserung. Sie wären dann stärker und gesünder. Aber vielleicht schaffen wir es, dass wir in einigen Jahren eine Kuh kaufen können.

Brot für die Welt ist mehr als ein Stück Brot

Brot für die Welt heißt Veränderung von sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, damit Menschen in einem gewaltfreien Umfeld selbst für sich sorgen und ein Leben in Recht und Würde führen können.

Helfen Sie uns helfen!