Von Gott und der Welt

Gute Nachbarschaft

„Die Hetze gegen eine religiöse Minderheit darf in unserem Land nicht kommentarlos hingenommen werden."

23.08.2014
Minarette einer türkischen Moschee im Abendlicht
In Tirol wurden Hakenkreuze auf das Minarett und den Eingang einer Moschee gesprüht. (Foto: Pixabay)

Mit diesen Worten reagiert der evangelische Superintendent der Diözese Salzburg-Tirol, Olivier Dantine, auf einen Vandalismusakt in Telfs. In der Nacht auf Dienstag hatten Unbekannte Hakenkreuze auf das Minarett und den Eingang der Moschee gesprüht.

Diejenigen, die diese Nazischmierereien angebracht haben, fühlten sich in ihrem Hass wohl bestärkt durch den Terror der IS-Milizen, die den Islam missbrauchen und so in Misskredit bringen.

  • Dass zu den Opfern des IS auch Muslime gehören,
  • dass Kurden, die gegen IS-Banden kämpfen, mehrheitlich Sunniten sind und
  • dass weltweit muslimische Autoritäten wie die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich den IS-Terror verurteilt haben und den Schlächtern jegliche Legitimität absprechen

– das alles wird ignoriert.

In Wahrheit sind sich die Anhänger der Naziideologie und des IS-Terrors viel näher, als sie es wohl selbst wahrhaben würden.

Beide glauben an die Macht der Gewalt, der Einschüchterung und letztlich der Vernichtung Andersdenkender. - Deshalb ist es gut, dass das Oberhaupt der Evangelischen Christen in Tirol dem entschieden entgegentritt und daran erinnert, dass die Evangelischen Kirchen ihre Mitglieder dazu aufrufen, Muslimen mit Respekt zu begegnen, gute Nachbarschaft zu pflegen und Vorurteilen und Aggressionen gegenüber dem Islam entgegenzutreten.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.