Von Gott und der Welt

Grenzen überwinden

„Setzen sie sich dafür ein, dass der furchtbare Krieg in Syrien beendet wird! Dann wird auch niemand mehr fliehen müssen, und wir werden uns nicht mehr zu diesem Thema treffen müssen.“

31.10.2015
Eltern mit Kind auf der Flucht, bei ihrer Ankunft in Nickelsdorf, Burgenland, Herbst 2015

Mit diesem flammenden Appell wandte sich Bruder W. , Vertreter einer alten christlichen Kirche, der aus Mossul vertrieben wurde an 35 Kirchenführer, aus den Kirchen der Länder, die unter dem Krieg leiden und der Länder die Flüchtlinge in Europa aufnehmen, - vom Erzbischof von Mossul im Exil, bis zur Erzbischöfin von Schweden. Die Kirchenoberhäupter, aller Konfessionen haben sich Ende dieser Woche in München getroffen, um die Hilfe der Kirchen auf dem Weg der Flüchtlinge zu koordinieren, und klarzustellen, dass eine Politik der Abschottung und der Zäune keine kirchliche Legitimation erwarten darf.

In der Abschlusserklärung heißt es:

Die Kirche Christi kennt die Erfahrung der Flucht und weiß was es heißt Grenzen zu überbrücken. Die Heilige Familie war eine Flüchtlingsfamilie. Jesus ist Mensch geworden, um sogar die Grenze zwischen Gott und Mensch zu durchbrechen.

Ein Wiedererstarken der nationalistischen Egoismen bringt Europa keinen Schritt näher zur Lösung der humanitären Krise. „Kirche ist immer lokal verankert und zugleich global verantwortlich.“ Die Politik hat den Segen der Kirchen, wenn sie den Frieden sucht. Wer aber Zäune bauen und eine Festung errichten will, kann sich zumindest nicht auf die christliche Tradition berufen.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.