Von Gott und der Welt

Gottvertrauen

Das Herz kann nicht nur krank werden, das Herz kann auch gekränkt werden. Gekränkt durch ein unbedachtes Wort, durch Missachtung und Streit. Ein gekränktes Herz kann auch zu einem kranken Herz führen.

01.04.2017
Fraum steht im Blumenfeld
Foto: Pixabay

Das Herz kann nicht nur krank werden, das Herz kann auch gekränkt werden. Gekränkt durch ein unbedachtes Wort, durch Missachtung und Streit. Ein gekränktes Herz kann auch zu einem kranken Herz führen.

Der evangelische Dichter Paul Gerhardt, dem wir die schönsten Kirchenlieder verdanken, schrieb einst die Zeilen: Befiehl du deine Wege/ Und was dein Herze kränkt / Der allertreusten Pflege/ Des, der den Himmel lenkt. Er schrieb diese Zeilen des Gottvertrauens mitten im Dreißigjährigen Krieg, inmitten der Not und der Zerstörung, die in bedrängt haben.

Befiehl du deine Wege/ Und was dein Herze kränkt / Der allertreusten Pflege/ Des, der den Himmel lenkt
Paul Gerhardt, Dichter

Später sind diese Verse für Dietrich Bonhoeffer, den evangelischen Pfarrer, der von den Nazis zum Tode verurteilt in Tegel gefangen war, wichtig geworden. Aus der Zelle schreibt er in einem Brief gegen die Verzweiflung: Es kommen „Stunden, in denen man sich mit den unreflektierten Lebens- und Glaubensvorgängen genügen lässt. Da freut man sich ganz einfach an den Losungen des Tages und man kehrt zu den schönen Paul Gerhardt-Liedern zurück und ist froh über diesen Besitz.“

Es sich an den unreflektierten Lebens- und Glaubensvorgängen genügen lassen. Das ist eine schwierige Übung. Aber eine Übung, die wir dann und wann versuchen sollten. Unreflektierte Lebensvorgänge passieren ja hin und wieder. Ziellose Liebe und zweckfreies Spiel mit den Kindern. Sich der Vorhersehung hingeben, mit Gottvertrauen in den Tag gehen und sich führen lassen ist schon schwerer, aber den Versuch wert.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".