Von Gott und der Welt

Gott ist schön

Der Koran ist in aller Munde. Kaum einer hat ihn gelesen, doch viele meinen manches zu wissen.

31.01.2015
Ein Porträt von Diakonie Direktor Michael Chalupka (Foto: Luiza Puiu)
„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone". (Foto: Luiza Puiu)

Navid Kermani, deutscher Schriftsteller und Orientalist, hat ein gewichtiges Buch über den Koran geschrieben, das von einer außergewöhnlichen Beobachtung ausgeht. In der islamischen Tradition gibt es viele Geschichten, die davon erzählen, dass schon allein die Schönheit der Sprache des Koran, Menschen zu Tränen gerührt und zum Islam bekehrt haben soll. Der Poesie und der Ästhetik der literarischen Form wird eine solche Kraft zugeschrieben, dass schon sie allein für Bekehrungserlebnisse gereicht haben soll.

 

Wenn nun Terroristen versuchen, ihren Glauben mit Waffen, brutaler Gewalt und Blutvergießen durchzusetzen, und sich dabei auf einzelne Verse des Koran berufen, so zeigen sie dabei nicht die hässliche Seite einer Religion, sondern sie missbrauchen eine Religion und zeigen die hässliche Fratze der Natur des Menschen.

Religionen haben sich immer über Ästhetik ausgedrückt. Haben versucht von der Schönheit Gottes und seiner Schöpfung zu zeugen, in dem sie selbst Werke vollendeter Schönheit produzierten. Denken wir nur an Luthers Sprache, oder die Choräle und Motteten von Johann Sebastian Bach.

Religion, Gottsuche und Gottesliebe vermitteln sich auch über die Schönheit. „Gott ist schön.“, ist der Titel von Navid Kermanis Buch. Poesie ist nicht gewalttätig, wahre Schönheit nicht eindimensional, sondern hat viele Facetten.

Wenn nun Terroristen versuchen, ihren Glauben mit Waffen, brutaler Gewalt und Blutvergießen durchzusetzen, und sich dabei auf einzelne Verse des Koran berufen, so zeigen sie dabei nicht die hässliche Seite einer Religion, sondern sie missbrauchen eine Religion und zeigen die hässliche Fratze der Natur des Menschen.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".