Professionelles Handeln in Gewaltsituationen

Gewalt verhindern - Konflikte lösen

Die Abkürzung P.A.R.T.® steht für "Professionelles Handeln in Gewaltsituationen". Sozialpädagoge Wolfgang Zinganell ist Trainer des Präventions-Programms P.A.R.T.® im Diakonie Zentrum Spattstraße. Er schult MitarbeiterInnen darin, Gewaltsituationen im Vorfeld zu erkennen und zu vermeiden.

18.04.2016
Wolfgang Zinganell und Birgit Hansl
P.A.R.T.® steht für Professionelles Handeln in Gewaltsituationen. Wolfgang Zinganell und Birgit Hansl schulen MitarbeiterInnen im Diakonie Zentrum Spattstraße.

Seit fünf Jahren schult das Diakonie Zentrum Spattstraße in Oberösterreich seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Umgang mit Gewalt im Betreuungsalltag. Dabei geht es darum, Gewaltsituationen im Vorfeld zu erkennen und zu vermeiden. Für den Fall, dass es tatsächlich zu Gewalt kommt, hilft das Präventionsprogramm P.A.R.T.®, professionell damit umzugehen. 95% der 120 MitarbeiterInnen im Kinder- und Jugendhilfebereich haben das Basisseminar bereits genutzt.

Wenn Jugendliche nicht anders können

„Die Kinder und Jugendlichen, die wir betreuen, agiere häufig aggressiv. Viele haben in ihren Familien Gewalt erlebt. Ihre Eltern sind zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Sie sind z.B. arbeitslos, verschuldet, leben in beengten Wohnverhältnissen oder befinden sich in scheinbar ausweglosen Situationen. Die Kinder bekommen die geballte Ohnmacht der Eltern zu spüren und reagieren mit Gewalt gegen sich selbst oder andere. Nicht, weil sie böswillig sind, sondern weil sie häufig nicht wissen, wie sie sonst reagieren könnten, schlagen sie um sich oder beißen, reißen und schreien,“ erzählt Wolfgang Zinganell, Sozialpädagoge im Sonderkrankenhaus für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Diakonie Zentrums Spattstraße und zertifizierter P.A.R.T.®-Inhouse-Trainer.

Gewalt verhindern – Konflikte lösen

Bereits seit dem Frühjahr 2011 gibt Zinganell sein Wissen und seine Erfahrung des Präventions-Programms P.A.R.T.® intern an seine Kolleginnen und Kollegen weiter. P.A.R.T.® steht für Professionelles Handeln in Gewaltsituationen.

„Schon wenn sich gewaltsame Auseinandersetzungen anbahnen, sind wir achtsam und wirken beruhigend. Jene, die an der Schulung teilgenommen haben, kommen daher viel seltener in gewaltsame Situationen. Die MitarbeiterInnen werden sensibler für die Signale im Vorfeld und sicherer Umgang mit Gewalt. Daher fühlen sich auch die Kinder und Jugendlichen sicherer bei uns“, so Wolfgang Zinganell.

Zum Team der Inhouse-TrainerInnen gehören Mag. Erika Breuer, Leiterin der Krisenstelle Wàki, Birgit Hansl, Sozialpädagogin im Sonderkrankenhaus sowie Werner Krusbersky, Sozialpädagoge in der Intensivpädagogischen Burschenwohngruppe „Neue Welt“ in Niederösterreich.

Sicherheit und Schutz für alle

„Als Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe ist es zentral für uns, den Umgang mit Gewalt zu thematisieren“, beschreibt Geschäftsführer Mag. (FH) Heinz Wieser. „Die hier betreuten Kinder und Jugendlichen sind durch ihre Vorgeschichte überdurchschnittlich gefährdet, sich selbst und andere zu verletzen. Betreuende und Erziehende brauchen einen Plan, wie sie damit umgehen, schon bevor es soweit kommt. Wir führen diese Schulungen durch, um Kinder und Jugendliche zu schützen. Zugleich nehmen wir als Arbeitgeber die Verantwortung wahr, unseren MitarbeiterInnen das nötige Handwerkszeug für ihre herausfordernde Arbeit zu geben. Es ist uns wichtig, die körperliche Unversehrtheit und Würde sowohl der Kinder und Jugendlichen als auch der Beschäftigten zu wahren.“

Diakonie Zentrum Spattstraße: Dasein für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Das Diakonie Zentrum Spattstraße leistet seit 1963 Pionierarbeit in der Sozial- und Heilpädagogik sowie in der medizinisch-therapeutischen Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Familien in Not und Krisensituationen. Das bedarfsorientierte  Leistungsangebot erstreckt sich von stationären Wohnformen über ambulante Dienste bis hin zur mobilen Begleitung und  Betreuung.

Detaillierte Informationen

finden Sie unter www.spattstrasse.at