Von Gott und der Welt

Gerüchte verletzen

Wichtigmacher hat es immer schon gegeben. Auch falsche Gerüchte wurden wohl immer schon verbreitet. Manche Geschichten sind einfach zu gut, als dass man sie nicht weitererzählen möchte. Um ihnen ein bisschen mehr Glaubwürdigkeit zu geben, leitet man sie dann mit dem Satz, „hat mir mein Nachbar erzählt“, oder „hab ich selbst erlebt“ ein.

30.01.2016
Verkehrsschild, das "Gerüchte verbreiten verboten" symbolisieren soll
"Gerüchte verbreiten verboten"

Doch heute bleiben falsche Gerüchte nicht im kleinen Kreis, sondern verbreiten sich in Windeseile durch die Sozialen Medien in alle Welt. So stellten sich sowohl der Tod eines Flüchtlings, der durch das stundenlange Frieren bei der Registrierung im Berliner Lageso gestorben sein soll, als auch die Vergewaltigung eines 13 jährigen Mädchens in Berlin durch Flüchtlinge als Falschmeldungen heraus, beschäftigten aber tagelang die Behörden und führten zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Russland und Deutschland, da es sich bei dem kurzzeitig vermissten Mädchen, um russisch-deutsche Aussiedler gehandelt haben soll. Lügen und falsche Gerüchte sind gefährlich.

Schon in den 10 Geboten heißt

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten!

und im Buch der Sprüche heißt es noch klarer: „Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist wie ein Streithammer, Schwert und scharfer Pfeil.“

Falsche Gerüchte streuen, heißt Gewalt anwenden und andere bewusst verletzen. Das sollte jeder bedenken, bevor er Geschichten, die nicht überprüft sind, bedenkenlos weitererzählt.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.