Von Gott und der Welt

Gemeinschaft der Heiligen

Morgen am Sonntag geschieht etwas Wunderbares auf der ganzen Welt. Menschen kommen zusammen, singen gemeinsam, beten, hören zu und sprechen miteinander. In allen Sprachen der Welt bekennen sie in den christlichen Gottesdiensten ihren Glauben.

14.04.2018
Viele Glieder, ein Leib: Diakoniesonntag zum Thema Teilhabe Foto epd/Uschmann

Da sagen sie auch: „Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen.“ Und damit sind nicht die Heiligen hoch oben im Himmel gemeint, die vom Papst heilig gesprochen worden sind, sondern es ist genau die Gemeinschaft gemeint, die sich am Sonntag versammelt hat.

Gemeinsam wird das Vertrauen in die Kraft der Gemeinschaft ausgedrückt, die alle stärken kann – auch die, die schwach sind und sich verloren fühlen. Jede und jeder ist geheiligt. Niemand bleibt allein.

Alle werden gebraucht, keiner kommt ohne den anderen aus.

In den Evangelischen Kirchen wird diesen Sonntag das Glaubensbekenntnis im Gottesdienst zum Diakoniesonntag gesprochen.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer predigen über das grandiose Bild des Apostels Paulus der Gemeinde als ein Leib mit vielen Gliedmaßen. Alle werden gebraucht, keiner kommt ohne den anderen aus. Der Mund braucht das Ohr, um gehört zu werden. Und der Bauch die Hand, um satt zu werden.

Gerade die scheinbar schwächsten Glieder machen erst das ganz aus. Das gilt aber nicht nur für die christliche Gemeinde. Das gilt für jede Art des Zusammenlebens.

Wer meint, ohne die anderen auszukommen – auch wenn sie nicht genau so sind, wie er oder sie sie sich das wünscht –, wird bald sehr einsam sein.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".