Wie Katastrophenvorsorge ein ganzes Dorf retten konnte

„Gemeinsam waren wir stark gegen den Taifun“

Vor einem Jahr zog der verheerende Taifun Haiyan über die Philippinen. Auf den Inseln Samar und Leyte traf er das erste Mal auf Land und richtete eine Verwüstung an.

07.11.2014
Gruppe von Bewohnern, die mit der Katastrophenvorsorge im Dorf betraut sind
Die Bewohnern sind selbst mit der Katastrophenvorsorge im Dorf betraut (Foto: Rastl)

Hilfsorganisationen sprechen von einer Zahl von 20.000 Menschen, die dem Sturm zum Opfer fielen. Millionen wurden obdachlos. Roxas, eine in den Hügeln abgelegenen Gemeinde in Eastern Samar war schon davor oft solchen Stürmen ausgesetzt. Deshalb hat CDRC, die lokale Partnerorgansation der Diakonie Katastrophenhilfe seit 2009 dort ein Katastrophenvorsorge-Projekt durchgeführt.

Dass das Dorf so gut vorbereitet war, hat den BewohnerInnen das Leben gerettet: In Roxas ist trotz einer unglaublichen Zerstörung durch den Sturm keine einzige Person zu Tode gekommen.

Als der Wind am 8.November immer stärker wurde, wussten die Familien in Roxas genau, in welche Häuser sie gehen mussten. Welche Häuser den Sturm am ehesten überstehen würden.

Federico Arias, der Besitzer des Hauses, in dem letztendlich rund 150 Personen während des Sturms Platz fanden, erzählt, wie sich die Menschen dort in aller möglichen Ruhe dort eingefunden haben, wie die Kinder in einem Nebenzimmer untergebracht wurden.

Als so viele Menschen in meinem Haus waren, hatte ich das Gefühl, mein Haus wird stärker und kann dem Wind trotzen
Das Bild zeigt den Ort, wo früher die Schule stand. Sie wurde vom Taifun weggefegt.
Hier stand früher die Schule des Dorfes. Sie wurde vom Taifun weggefegt. Sie wäre kein guter Zufluchtsort gewesen (Foto: Rastl)

schildert er die Situation vom 8.November 2013. Und tatsächlich, sein Haus, das als sicherer Schutz identifiziert worden war, in dem sich rund 100 Menschen in Sicherheit brachten, wurde von Haiyan nur wenig betroffen.

Wären die BewohnerInnen des Dorfes hingegen in die Schule geflohen, wäre hier eine große Katastrophe passiert: die Schule wurde vom Sturm hinweg gefegt. Nur die Grundmauern des Gebäudes sind noch zu sehen (siehe Bild unten).

Im Dorf Roxas ist man zwar 6 Monate nach dem Sturm immer noch dabei, die größten Schäden an den Pflanzungen und an den Häusern zu beheben. Es herrscht aber eine ruhige Stimmung. Die Menschen wissen: Die Vorsorgestrategie, die sie mit Hilfe der Diakonie Katastrophenhilfe gelernt haben, wird sie auch beim nächsten Taifun wieder nahe aneinander rücken und dem Wind trotzen lassen.

So hilft die Diakonie

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt Menschen weltweit, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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