Von Gott und der Welt

Gemeinsam lernen

Was hilft in Zeiten des Krieges? Der evangelische Bischof Jan Amos Comenius lebte mitten im Dreißigjährigen Krieg, der ganze Landstriche in Europa verwüstete und Heerscharen zu Flüchtlingen machte.

24.10.2015
Blick durch ein Fenster in ein Klassenzimmer (Foto: Diakonie)

Jan Amos Comenius wollte, wer möchte es ihm in so schrecklichen Zeiten der Gewalt verdenken, die Welt ein bisschen besser machen. Er wurde zum Lehrer und zu einem der Begründer der modernen Pädagogik. Die Bildung sei der Schlüssel zum Frieden. „Allen soll alles allumfassend gelehrt werden!“

Allen – damit meinte er nicht nur die Mädchen, die im 17. Jahrhundert nur in Ausnahmefällen die Schule besuchten, sondern auch Kinder mit Behinderungen. Allen sollte die ganze Bildung zugänglich gemacht werden, in der je für sie adäquaten Weise. Dieser Tage wurde in Wien das neue Gebäude des Evangelischen Realgymnasiums Donaustadt, das in der Unterstufe als gemeinsame Schule aller 10-14 Jährigen geführt wird, eröffnet.

Ein Gebäude, erbaut nach einem pädagogischen Konzept. Diese Schule hat sich den Lehrsatz von Jan Amos Comenius zum Motto gewählt und lebt dieses Motto. In allen Stufen gibt es inklusive Klassen. Kinder mit Lernschwierigkeiten lernen gemeinsam mit Kindern, die besondere Begabungen haben. Alle werden individuell gefördert und profitieren von einander. Die Lehrerinnen und Lehrer waren auch sofort bereit, Flüchtlingskinder in ihre Schule aufzunehmen. Denn sie alle wissen: Bildung ist der Schlüssel zum Frieden und zu einer besseren Welt.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.