Schulassistentinnen machen Schule für Kinder mit Behinderung lebenswert

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Schulassistentinnen sind die gute Seele in den Kleinklassen im Landesschulzentrum für Hör und Sehbildung in Linz. Ihre Zuwendung und Unterstützung macht Schule für die Kinder lebenswert.

03.12.2014
Schulassistentin mit 2 Kindern bei der Arbeit
Schulassistentinnen ermöglichen gutes Arbeiten für alle in der Klasse

SchulassistentInnen begleiten SchülerInnen mit Sinnesbehinderungen bei ihren Wegen im Schulhaus, helfen ihnen beim Auspacken der Schulsachen, und bei der Mitschrift und können auch mit einzelnen Kindern für eine „Auszeit“ die Klasse verlassen, um Ihnen die nötige Erholung und Förderung zwischendurch zuteilwerden zu lassen.

Brigitte Sageder war früher Zahnarztassistentin. Nach einem Bandscheibenvorfall war klar, sie will etwas anderes und Sinnvolles machen. Frau Sageder liebt Kinder, und das war und ist bis heute die wichtigste „Qualifikation“ für ihre Tätigkeit als Schulassistentin in der Michael Reitter Landesschule in Linz. Die Weiterbildung zur Schulassistentin, die das Land OÖ in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule OÖ seit 2003 anbietet, hat Brigitte Sageder für ihren wichtigen Auftrag gestärkt: Frau Sageder ermöglicht in einer der Förderklassen der Sonderschule täglich das Funktionieren des Schulalltags.

Martin ist 8 Jahre alt. Er hat hohen Förderbedarf und kann sich nicht lange konzentrieren. Wenn sich die Schulassistentin mit ihm und noch einem weiteren Kind beschäftigt, geht es ihm gut. Er ist fröhlich und kann mitspielen. Wenn er allein gelassen wird, wird er aggressiv und kann nur langsam wieder beruhigt werden. „Das ist für eine Lehrerin alleine viel zu viel“, versichert Brigitte Sageder.

Frau Sageder beschreibt die Förderklasse, die Martin mit weiteren 6 Kindern besucht, so: „Alle unsere Kinder haben besondere Bedürfnisse. Wenn eine Lehrerin allein eine solche Klasse betreut, kann sie nur versuchen die Kinder soweit ruhig zu halten, dass keine für alle schwierige Situation entsteht“.

So wird arbeiten möglich

„Seit Frau Sageder in der Klasse ist, ist es möglich, die Kleinklasse in zwei Gruppen zu teilen, und so auf die Kinder einzeln einzugehen“, schildert die Klassenlehrerin.

Brigitte Sageder ist beseelt von ihrer Arbeit: „Jedes Kind hier braucht die Chance der Einzelbetreuung“ sagt sie. „Heuer gelingt es uns wirklich, hier in der Förderklasse Fortschritte zu erzielen“, erzählen sowohl die Schulassistentin als auch die Lehrerin.

Der Direktor der Schule erzählt von Burnout-Fällen von Lehrerinnen, die nicht zu vermeiden waren, als früher die so notwendige Assistenz nicht zugänglich war. Schulassistenz ist heute in Oberösterreich flächendeckend vom Land gefördert. Das DiakonieZentrum Spattstraße beschäftigt 385 Schulassistentinnen, die in allen Schultypen SchülerInnen begleiten. Die Betreuungsleistungen liegen auf  einer breiten Palette, beginnend bei pflegeähnlichen Tätigkeiten und endend im Berufsschulbereich bei der persönlichen Assistenz. Das bedeutet auch manchmal, für SchülerInnen mit Sinnesbehinderungen mit zu schreiben und Lernunterlagen zu ordnen.

Frühförderung durch das Diakonie Zentrum Spattstraße

Hier gibt es weitere Informationen über die Frühförderungs-Angebote des Diakonie Zentrums Spattstraße.