Von Gott und der Welt

Furcht und Freude

Furcht und Sorge sind uns in diesen Tagen nicht fremd. Die Welt ist in keinem guten Zustand. Furcht aber auch Freude sind die beiden Schlüsselbegriffe der kommenden Adventszeit.

28.11.2015
Eine Weihnachtskrippe mit Maria und Josef (Foto: Pixabay)

"Fürchtet Euch nicht, denn Euch ist große Freude widerfahren!" verkündet der Engel den Hirten auf dem Felde die frohe Botschaft. Und die Hirten hatten allen Grund, sich zu fürchten – nicht vor dem Engel, aber vor den Patrouillen der römischen Besatzungssoldaten, vor einer mehr als unsicheren Existenz. Die Adventbotschaft: "Fürchtet Euch nicht! Im Gegenteil, Ihr habt Grund zur Freude!" ist für die bestimmt, denen Furcht und Sorge nicht fremd sind.

Der amerikanische Theologe Grady Nutt hat die Botschaft in einem Satz zusammengefasst:

"Die Freude, das Lachen ist Gottes Hand auf der Schulter einer geplagten Welt.

Die Adventszeit ist nicht nur die Zeit des Kerzenscheins, der Zuckerschleckereien und der Punschstände, sondern die Zeit großer Freude und Zuversicht in einer gequälten Welt, die alles andere als sorgenfrei ist. Gott wird Mensch, wird als Kind geboren, wie einer von uns, so lautet die Botschaft. Er, der allmächtige ferne Gott, wird Mensch, ihm ist nichts Menschliches fremd, keine Sorge zu klein, keine Furcht zu unbedeutend. Er wird als Kind im Stall geboren, wird einer von uns. Gott wird Mensch, stellt sich an unsere Seite, legt uns die Hand auf die Schulter und sagt: Fürchte Dich nicht, freue dich, denn du musst die Sorge der Welt nicht allein tragen!

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.