Von Gott und der Welt

Freiheit und Verantwortung

Das Jahr der Reformation 2017 hat begonnen. Ein Jahr der Vergewisserung, was noch trägt und wichtig ist aus den Zeiten der Reformation.

07.01.2017
Grafik von Olaf Osten
By Olaf Osten

Die Evangelischen Kirchen haben das Jahr unter den Titel „Freiheit und Verantwortung“ gestellt. Freiheit, die wir von Gott geschenkt bekommen, um sie in Verantwortung für uns und andere fruchtbar machen zu können.

Der evangelische Bischof Michael Bünker erinnerte in seiner Neujahrsansprache daran, dass es für Christinnen und Christen heute eine Aufgabe sei, „die Freiheiten, wie sie in den Menschenrechten festgehalten sind, zu bewahren sowie diese zu schützen, wo sie bedroht und eingeschränkt sind.“ Diese Freiheit würde verwirklicht werden in der Verantwortung, die jede und jeder zu tragen habe. „Verantwortung für Menschen in Not, die unsere Hilfe brauchen, unsere Nachbarn und unsere Nächsten, aber auch Menschen auf der Flucht“.

Dort, wo die Freiheit gefährdet ist, dort öffnet sich Raum für die Verantwortungslosigkeit.

Freiheit und Verantwortung gehören zusammen. Ein verantwortungsloser Umgang mit den eigenen Freiheiten nutzt sie zu Lasten anderer. Wohin das führt, wenn ein Teil der Welt seine Freiheiten nutzt, ohne auf die Folgen zu achten, sehen wir gerade am Klimawandel. Zum anderen kann nur der Verantwortung übernehmen, der frei ist. Autoritären Regimen ist die Verantwortungslosigkeit ins Herz geschrieben.

Die Grundprinzipien der Reformation sind aktueller denn je. Dort, wo die Freiheit gefährdet ist, dort öffnet sich Raum für die Verantwortungslosigkeit.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".