Von Gott und der Welt

Frau und Herr Fischer

Bundespräsident Fischer hat sich verabschiedet. Was bleibt, sind Erinnerungen, Hochachtung und tausende Bilder.

Frau und Herr Fischer, ein Werk von Christoph Eder, Künstler in der Diakonie de La Tour
Christop Eder, Künstler in der Diakonie de La Tour, gestaltet das Werk "Herr und Frau Fischer"

Ein Bundespräsident wird, wo immer er auftritt, fotografiert. Vor fünf Jahren hat er mit seiner Frau Margit das Kunstatelier der Diakonie de La Tour in Kärnten besucht. Einer der dort arbeitenden Künstler mit intellektueller Behinderung, Christoph Eder, war so beeindruckt von dieser Begegnung, dass er sie in einem Bild festhielt.

Es ist kein schneller Schnappschuss, sondern in einer sehr aufwendigen Technik gemacht: Es ist eine Brennarbeit mit Tusche auf Holz. Der Künstler skizziert seine Ideen auf Holzplatten, dann brennt er mit einem Brennstab Millimeter für Millimeter kleine Stege, die sich zu einem Geflecht verbinden, das mit farbiger Tusche koloriert wird.

Hochkonzentriert hat Christoph Eder tagelang an dem Bild gearbeitet. Das Bild nennt sich schlicht: Frau und Herr Fischer. Wer das Bild das erste Mal sieht, wird die beiden nicht gleich erkennen. Nicht die markante Frisur oder gar die berühmten Augenbrauen stechen hervor. Es sind zwei erhabene lebensfrohe Figuren, die das Bild erfüllen. Sie tragen bunte Gewänder, wie sie Heinz Fischer wohl noch nie getragen hat. In den Farben sind unzählige Herzen zu erkennen.

Christoph Eder hat die pure Herzlichkeit gemalt, die Herzlichkeit, an die sich viele Österreicherinnen und Österreicher erinnern werden, wenn sie an Frau und Herrn Fischer denken.

"Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der "Krone".