Von Gott und der Welt

Fasten mit Herz

Fasten tut gut. Es reinigt den Darm und den Kopf. Hin und wieder aus dem Überfluss aussteigen, kann keinem schaden. Die Fastenzeit zu nutzen, bewußt Verzicht zu üben, ist chic geworden, gehört zum life-style. Das Motto ist: „Schauen Sie doch besser auf sich!“

08.03.2014
Ein Porträt von Diakonie Direktor Michael Chalupka (Foto: Luiza Puiu)
Die Kolumne „Von Gott und der Welt“ von Diakonie Direktor Michael Chalupka erscheint jeden Samstag in der Krone (Foto: Luiza Puiu)

Der Prophet Jesaja hätte mit diesem Motto wohl wenig angefangen. Er rief den Fastenden seiner Zeit zu: „Ist das vielleicht ein Fasttag, wie ich ihn liebe, wenn ihr auf Essen und Trinken verzichtet, euren Kopf hängen lasst und euch im Sack in die Asche setzt? Nennt ihr das ein Fasten, das mir gefällt? Nein, ein Fasten, wie ich es haben will, sieht anders aus! Löst die Fesseln der Gefangenen, nehmt das drückende Joch von ihrem Hals, gebt den Misshandelten die Freiheit und macht jeder Unterdrückung ein Ende! Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen!“

Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen!
Prophet Jesaja

Das Motto des Propheten ist ein anderes: „Schau besser auf die anderen!“ Wenn du hungerst, um schlank zu werden oder spirituelle Erlebnisse zu haben, dann macht das niemanden satt. Wenn du aber teilst und von dem etwas abgibst, was du hast, dann ist es ein richtiges Fasten.
In Zeiten des Überflusses wie den unseren lassen sich die Dinge auch verbinden. In 40 Tagen ohne Alkohol oder Zigaretten oder Fleisch oder Restaurantbesuchen, da kann man schon ein Sümmchen sparen, dass zu teilen sich lohnt. So tut Fasten gut. Es reinigt den Darm, den Kopf und das Herz.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".