Berichte aus Brüssel (Teil 5)

Europa - das sind wir!

Ein Frühstück inmitten der europäischen Macht

27.03.2014
Das europäische Parlament (Foto: Pixabay)
Europa muss künftig Flüchtlinge willkommen heißen, sich für hohe soziale Standards einsetzen und sich gegen Armut engagieren. Das sind nur drei Themen, zu denen BügerInnen mit den KandidatInnen zur EU-Wahl ins Gespräch kommen sollen. (Foto: Pixabay)

Die Eurodiaconia hat gemeinsam mit anderen christlichen Organisationen ein Frühstück mit europäischen Parlamentariern organisiert. Frühmorgens geht es los, wir treffen einander bereits um 8 Uhr im Europäischen Parlament. Dicker Teppich dämpft unsere Schritte, wir gehen verwinkelt bis ins Innere des Gebäudes, bis zu einem der kleineren meeting-Räume. Der Tisch ist mit Croissants und Kaffee gedeckt, durch das Fenster sieht man ein Stück der Berliner Mauer, das im angrenzenden Leopold Park aufgestellt wurde.

Heute geht es darum, das Portal www.ecumenicalvoices2014.eu vorzustellen. Die Website transportiert die Idee eines gerechten und nachhaltigen Europas.

Europa muss künftig Flüchtlinge willkommen heißen, sich für hohe soziale Standards einsetzen und sich gegen Armut engagieren. Das sind nur drei Themen, zu denen BügerInnen mit den KandidatInnen zur EU-Wahl ins Gespräch kommen sollen. Denn dieses Mal geht es bei der EU Parlamentswahl um viel:

Seit Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags hat das Parlament mehr Einfluss denn je, und kann sich auch für soziale Anliegen stärker einsetzen. Und das Parlament wird erstmals den oder die PräsidentIn der Kommission wählen, was wiederum für die politische Ausrichtung der Kommission entscheidend sein wird.

Seit Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags hat das Parlament mehr Einfluss denn je, und kann sich auch für soziale Anliegen stärker einsetzen.

Mehrere Abgeordnete sind zum Frühstück gekommen, für einige vielleicht gar nicht der erste Termin an diesem Tag, obwohl es noch sehr früh ist.

Auch Heinz Becker, ein österreichischer Abgeordneter, schaut kurz vorbei, und Catherine Stihler, Abgeordnete aus Großbritannien, betont, dass sie die Initiative in ihrem Umfeld weiter befördern wird. Heather Roy von Eurodiaconia meint schließlich, dass es darum geht, die Menschen zu überzeugen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Und das ist es auch, was mir in den vergangenen Wochen, in denen ich in der „europäischen Hauptstadt“ tätig war, wichtig geworden ist: Sich für ein gemeinsames Europa stark zu machen. 

Denn immer dann, wenn mir die rein ökonomische Sichtweise auf alle europäischen Probleme zu eng wird, europa-politische Entscheidungen zu langsam fallen, oder auch die soziale Integration wieder einmal für nicht wichtig befunden wird, wird mir bewusst, dass mir das zu wenig ist.

Ich will mehr, und dafür werde ich auch meine Stimme bei den kommenden Wahlen einsetzen!

Eurodiaconia

Die Eurodiaconia ist ein europäisches Netzwerk bestehend aus mehr als 45 Kirchen und NGOs, die soziale Dienstleistungen erbringen. Diakonie-Sozialexpertin Katharina Meichenitsch arbeitet ein Monat im Eurodiaconia Büro im Brüssel und berichtet von ihren Erfahrungen.