Kommentar zur Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetz

Erste Schritte gelungen – weitere nötig!

Die Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetz, die Neugestaltung der Pflegeausbildungen, die Legalisierung von Tätigkeiten in der Behindertenarbeit – Forderungen und Themen, die über viele Jahre hinweg diskutiert wurden.

01.08.2016
Postkarte der Aktion #RausAusDemGraubereich
Das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) wurde umfassend novelliert und bereits im Nationalrat Anfang Juli beschlossen. Erste sind Schritte gelungen – weitere aber nötig!

Nun ist es so weit: Das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) wurde umfassend novelliert und bereits im Nationalrat Anfang Juli beschlossen. Hauptpunkt der Novelle liegt auf den neuen Berufsbildern bzw. der neuen Pflegeausbildung.

Weniger medial beachtet, doch entscheidend für die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen, sind die Regelungen, welche Berufsgruppe im Alltag welche pflegerische Tätigkeit übernehmen darf. Hier hinkt das Gesetz weiterhin der gelebten Praxis hinterher.

#RausAusDemGraubereich

So dürfen gewisse Tätigkeiten nicht an BetreuerInnen in den Wohnhäusern für Menschen mit Behinderungen delegiert werden, obwohl dies Vorteile für Menschen mit Behinderungen bringen würde. Interessant dabei ist, dass im Zuge der Novellierung des GuKGs für ärztlicheTätigkeiten nach Ärztegesetz übertragen werden können. Erste Schritte sind also gelungen – aber weitere nötig.

Die Organisationen der Behindertenarbeit setzen sich schon länger für eine Delegationsmöglichkeit ein, um Menschen mit Behinderungen ein alltagsnahes Leben zu ermöglichen. Bis Jahresende möchte das Bundesministerium für Gesundheit mit den Organisationen gemeinsam daher Klarstellungen treffen, welche Tätigkeiten von einer Delegation betroffen sein können, und welche nicht. Bis dahin sollen viele Menschen davon informiert werden, dass die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für die Übernahme von pflegerischen Tätigkeiten noch nicht vom Tisch ist!

Helfen Sie mit, jahrelang verantwortungsvoll gelebte Praxis zu legalisieren.

Die Klärung der Übertragung pflegerischer Tätigkeiten an MitarbeiterInnen der Behindertenhilfe im Gesunden- und Krankenpflegegesetz (GuKG) soll bis Ende 2016 verhandelt werden. Jahrzehntelange verantwortungsvolle Praxis im Behindertenbereich muss endlich legalisiert werden! Bitte helfen Sie weiter mit, die rechtliche Grundlage für pflegerische Tätigkeiten im Alltag von Menschen mit Beeinträchtigungen zu verbessern, indem Sie auf die gemeinsame Inititative von Assista, Caritas, Diakonie, Habit, Jugend am Werk, Lebenshilfe, Sozialwirtschaft Österreich, Volkshilfe aufmerksam machen! Mehr Infos!