Diakonie Flüchtlingsdienst

Erste Frauenberatungsstelle für Frauen mit Fluchterfahrung

Die Beraterinnen der Diakonie können jetzt für Frauen jeder Herkunft zu allen Alltagsfragen individuelle Beratung und Unterstützung leisten.

09.11.2017
Beratungssituation in der Frauenberatung des Diakonie Flüchtlingsdienst
Ein Raum für Frauen jeder Herkunft und Unterstützung bei allen Alltagsfragen (Foto: Diakonie Flüchtlingsdienst)

Schon rund 100 Frauen haben in den ersten sechs Wochen das neue Angebot der Diakonie genutzt und es werden täglich mehr. Die Themen in der Beratung kommen von den Frauen selbst. „Im Mittelpunkt steht meist der Spracherwerb. Aber auch das Interesse an unserem Schulsystem ist groß“, betont Birgit Koller, Leiterin der Frauenberatungsstelle. "Es ist für sie zum Beispiel nicht leicht, für die Kinder die richtige Schulform zu finden, weil es schon allein schwierig ist, das Schulsystem zu durchblicken. Genauso wie das Gesundheitssystem und so weiter", betont Birgit Koller.

In Österreich werden die Frauen mit einem komplexen Verwaltungsapparat konfrontiert und müssen unterschiedliche für sie schwer verständliche Formulare ausfüllen. Da brauchen sie Hilfe. Die Flüchtlingsfrauen wollen auch wissen, wie das Sozialsystem aufgebaut ist, unter anderem, woher das Geld stammt.

Alltagsfragen, etwa zum Thema Kindererziehung oder Verhütung, werden ebenfalls oft gestellt. Das offene Gespräch darüber ist möglich, weil es in der neuen Beratungsstelle ausschließlich Frauen gibt, von der Beraterin bis zur Übersetzerin. Selbst Söhne der Klientinnen müssen ab einem gewissen Alter draußen bleiben. Und die Frauen können in dieser Umgebung auch ihr Kopftuch ablegen.

Die Frauen, die in die Beratung kommen, haben noch keine abschließende Entscheidung im Asylverfahren.

Einige wollen sich von ihren Partnern trennen. Sie wissen nicht, wie sich eine Scheidung auf das Verfahren auswirkt, eine enorme Belastung. Auch in solchen Fällen können die Spezialistinnen der Diakonie die betroffenen Frauen umfassend informieren.   

Doch die komplexe Gesetzeslage ist nur eine Seite der Situation in Österreich.

„In Wien gibt es ein großes Beratungs-Angebot auch für Frauen“, berichtet Koller. „Die Flüchtlingsfrauen sollten es nützen. Wir leiten die Unterlagen weiter und vermitteln.“

Allerdings betonen die Beraterinnen "sollten auch die Behörden darauf achten, dass eventuelle Sprachbarrieren nicht nur zu Lasten der AsylwerberInnen gehen".

"Die öffentlichen Stellen müssen sich auch überlegen, wie Menschen, die nicht Deutsch können, die Angebote nützen können.“  

Die Diakonie bietet Begleitung bei Behördengängen an, etwa zum Jugendamt, um den Behörden die Lebenswelt ihrer KlientInnen näher zu bringen und vermittelnd zu handeln, damit es für alle Beteiligten einfacher wird.

Deutsch zum Cafe

Das zentrale Thema der meisten Beratungen war bisher der Spracherwerb. "Er funktioniert am besten beim persönlichen Kontakt im Gespräch", betont Birgit Koller. Deshalb wird es in der Frauenberatungsstelle wird es weiterhin jeden Donnerstag ein „FrauenCafé“ geben. Das ist ein Freiraum, wo ein Üben der deutschen Sprache in einem geschützten Rahmen möglich ist. Hier können Flüchtlingsfrauen ÖsterreicherInnen kennen lernen, sich vernetzen und ihr Deutsch verbessern.

Wenn Sie gerne mit Flüchtlingsfrauen in Kontakt kommen möchten

freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme in der Frauenberatungsstelle