Von Gott und der Welt

Ernüchternde Bilanz

„Bilanz des Krieges gegen den Terror: Der Irak fällt in die Hände von Leuten, die selbst AlKaida zu extrem sind.“ So lautete der letzte Beitrag den Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ und renommierte Autor und politischer Analyst, vor seinem Tod, auf Twitter veröffentlichte.

14.06.2014
Zwei Frauen - gewaltsam aus ihrer Heimat im Nordirak vertrieben
Frauen nach ihrer Vertreibung aus Mossul, auf den Trümmern ihrer Existenz (Foto: Thomas Lohnes/DKH)

Eine erschreckende Erkenntnis, die präzise und abschließend, die Folgen des Krieges beschreibt, der den Kriegsherren zufolge Demokratie und Frieden in die Region bringen sollte.

Das Leid der Bewohnerinnen und Bewohner Mosuls, der tausenden Menschen auf der Flucht, übersteigt genauso alle Versuche es in Worte zu fassen, wie die Hilflosigkeit, mit der die westliche Welt vor dem politischen Trümmerfeld steht, der Beschreibung spottet.

Mosul ist eine multiethnische Stadt, eine Stadt der vielen Religionen und war, über viele Jahrhunderte das Zentrum des Christentums im Irak. Christen, Yesiden und Schiiten sind auf der Flucht, die verbleibenden Bewohner sind dem islamistischen Terrorregime der ISIS (Islamischer Staat im Irak und Syrien) hilflos ausgeliefert.

Christen und Muslimen, die an einen Gott des Friedens glauben und sich gegen den Missbrauch ihrer Religion verwahren, bleibt nichts anderes, als für die Opfer zu beten und für die Regierungen der USA und Europas, damit diese wenigsten ihrer humanitären Verantwortung für die Opfer der Kriege in Syrien und im Irak nachkommen, nach dem völligen Versagen der Intervention mit kriegerischen Mitteln.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.