Tag gegen Kinderarbeit

Endlich Kind sein!

Weltweit sind rund 168 Millionen Mädchen und Buben von Kinderarbeit betroffen. Unsere Schwesternorganisation Brot für die Welt setzt sich in Indien für die Rechte von Kindern ein.

11.06.2015
Lachende Kinder strecken die Arme in die Luft (Fotograf: Jörg Böthling)
Brot für die Welt fordert mehr Einsatz für Kinderrechte (Fotograf: Jörg Böthling)

Karmi Kumari hatte einen Traum. In diesem Traum ging das Mädchen zur Schule und lernte schreiben, lesen, rechnen. Doch die bittere Armut in Indien zwang Kumari bereits im Alter von acht Jahren zur Arbeit in einem Steinbruch. Ihr Arbeitstag begann um 5 Uhr morgens und dauerte zwölf Stunden. Die Burschen haben die Steine zerschlagen und die Mädchen mussten sie am Kopf zu den Lastwägen tragen. „Das Schlimmste an der Arbeit war aber, dass man mit Ausnahme der Mittagspause niemals ausruhen, ja nicht einmal zur Toilette gehen durfte“, erzählt das Mädchen.

Nach Schätzungen der ILO der Vereinten Nationen befinden sich weltweit rund 168 Millionen Mädchen und Buben in Kinderarbeit. Ein großer Teil von ihnen arbeitet unter gesundheitsgefährdenden und ausbeuterischen Bedingungen in Steinbrüchen, auf Feldern oder in der Textilindustrie. Diesen arbeitenden Kindern ist der 12. Juni, der internationale Tag gegen Kinderarbeit, gewidmet.

Kinderarbeit in Steinbrüchen
Nach Schätzungen der ILO der Vereinten Nationen befinden sich weltweit rund 168 Millionen Mädchen und Buben in Kinderarbeit.

Gefährliche Kinderarbeit in Steinbrüchen

Kumari und die vielen anderen Kinder in indischen Steinbrüchen verlieren nicht nur die Chance auf eine Schulbildung. Darüber hinaus riskieren Sie durch Fehlsprengungen oder Steinschlag verletzt zu werden. Eine tödliche Bedrohung ist auch der bei Abbau und Verarbeitung entstehende Staub, der neben Allergien und Hautkrankheiten auch Lungenschäden wie Silikose verursacht.

Erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit

Doch dank der „Bewegung zur Rettung der Kindheit“ (BBA) des Friedensnobelpreisträgers Kailash Satyarthi gibt es in Indien eine Trendwende: Diese Partnerorganisation von Brot für die Welt befreit Minderjährige aus sklavenähnlichen Verhältnissen und klärt die Öffentlichkeit über die schlimmsten Formen der Kinderarbeit auf. Auch Kumari wurde von MitarbeiterInnen von BBA gerettet. Sie sagten zu den überraschten Kindern: „Habt keine Angst. Ihr seid frei.“ Endlich konnte das Mädchen Kind sein und ihr Traum eine Schule zu besuchen wurde dank einer BBA-Einrichtung Realität.

Mädchen, die aus der Kinderarbeit befreit wurden, besuchen jetzt eine Schule in Indien
Dank der „Bewegung zur Rettung der Kindheit“ konnten diese Mädchen aus der Kinderarbeit befreit werden. Jetzt besuchen sie eine Schule in Indien.

Zukunft von Kindern in unserer Hand

Doch Träume wie dieser gehen nicht einfach so in Erfüllung. Wir Erwachsenen müssen schon anpacken, damit Kinder zu ihren Rechten kommen, sich körperlich sowie seelisch gesund entwickeln und ihr Potenzial entfalten können. Brot für die Welt appelliert deshalb anlässlich des internationalen Tages gegen Kinderarbeit an die österreichische Bundesregierung, sich zur Abschaffung von Kinderarbeit einzusetzen und die kürzlich beschlossenen Kürzungen der Gelder für Entwicklungszusammenarbeit zurückzunehmen.

Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit ist ein wesentlicher Beitrag gegen Kinderarbeit. Die Zukunft von Kindern darf nicht im Ministerrat gekürzt werden.